Ehrenamt - Tagebuch, Teil 14

Fortsetzung vom Integrationstalk am 22.08.19


Wenn ein Sprachkurs für freitags angeboten wird, dann den annehmen - In die Moschee können sie auch an einen anderen Tag oder zu
einer anderen Zeit. Wer diesen Sprachkurs nicht annimmt wird als schlecht integrierbar angesehen. Aussage der TN: "Allah erwartet erst, dass sie
etwas für ihre Bildung tun, er sieht das dann wie ein Gebet an". Na geht doch. Nach dem Motto: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. Gibt es auch im
arabischen, da hilft dann Allah. (Grund: eine ehemalige Ankerzentrum-Bewohnerin hat mir auf meine Anfrage hin, ob sie schon Sprachkurse angeboten kommen haben, gesagt, dass der Kurs am Freitag ist, da kann aber ihr Mann nicht, da geht er in die Moschee!!)

Interessant: ich habe gefragt, wie es bei ihnen ankommt, dass sich hier auch Fremde in die Augen schauen. Kein Problem.
Allerdings, wenn das junge Frauen tun, macht das den Eindruck als wollten sie was von den Männern. Naja da bin ich ja außer Verdacht.

Aber sie wollten noch wissen, wie man erfolgreich ein Mädchen anbaggern kann. "Mit viel Geld, einer Wohnung und gutem Auftreten". Wird also noch eine Weile dauern.

Dann hatte mich beim Heimgehen vom Stadtparkkonzert einer gefragt, was wir denken, wenn er hier mit seinem Kollegen Arm in Arm geht. Ich weiss, dass das zur arabischen Kultur gehört. Ob ich nicht denke, dass sie schwul wären. Bei Arabern denke ich das nicht, und bei Deutschen ist es mir egal.

Sie wollten wissen, wann sie eine eigene Wohnung bekommen. Antwort: wenn sie eine Arbeitserlaubnis haben und ihr eigenes Geld
verdienen uuuunnnd wenn sie irgendwann mal das Glück haben, eine bezahlbare Wohnung zu bekommen. Dann gibt es noch ein Problem: sie werden immer die letzten in der Schlange sein. Sie müssen meist einen Fragebogen ausfüllen und alleine durch den Namen wird es schon sehr schwer werden.

Es waren 2 junge Männer aus Syrien und Palästina da, die sehr gut Deutsch sprechen. Ich habe gesagt, dass wir immer Ehrenamtler für die Betreuung des Computerklassenzimmers suchen. Wenn sie nach den Ferien noch das sind, wären sie interessiert. Sie könnten auch Hilfe geben, sie sprechen
auch gut Englisch. Aber wir brauchen verlässliche Leute. Fragt nicht einer von den anderen Neuen: what is the benefit? Da hat es mir MIR!!! die Sprache verschlagen.

Die anderen, die mich jetzt schon länger kennen: "Eva hat sicher nie nach "benefit" gefragt. Einfach machen. Das tut mir gut.

Dann bat noch ein Somalier um ein Gespräch im Anschluss: Er hat einen negativen Bescheid bekommen, Richtung Italien. Er will
aber nicht abgeschoben werden, sondern freiwillig ausreisen. Gibt es Unterstützung? Ich habe ihn an die Caritas in Waldkraiburg verwiesen, sie
sollen ihm einen Termin bei der freiwilligen Rückkehrhilfe in Mühldorf vereinbaren.

Nächster "Citywalk": 07.09. - wir gehen nach Kraiburg, 15 Leute haben sich schon mal angemeldet. Als ich gesagt habe, dass es hin und zurück ca. 8 km sein werden, wurden die Augen sehr groß. Aber wenn Mama das schafft, schaffen wir das auch.

Viele Punkte, die ich mir notiert hatte, habe ich nicht geschafft. Wenn neue Leute da sind, muss ich ja doch immer wieder so einiges wiederholen.

Von den Teilnehmern des ersten Integrationstalks ist nur noch einer da. Alle anderen wurden bereits verlegt. Von den Frauen war heute wieder keine da. Schade

Einer, der als Dublin- Fall zurück in die Niederlande muss, hat gesagt, dass er in Jaffa extra Maschinenbau studiert hat, weil er immer nach Deutschland wollte, in das Land der Superautos. In den Niederlanden gibt es keine Autoindustrie. Ich habe ihn getröstet, die Deutschen haben sowieso gepennt.

Er hätte Elektrotechnik studieren sollen, die Zukunft liegt im Elektro- und Wasserstoffangetriebenen Auto.

Gab es in den Niederlanden nicht mal den DAF? Könnte er ja wieder zum Leben erwecken.

Um 18 Uhr 30 war ich dann zuhause.

23.08.19 - ich habe heute in der Zeitung gelesen, dass am Sonntag wieder gute Musik im Stadtpark angeboten wird. Soweit ich die Whatsappverbindung zu meinen Schützlingen habe, habe ich sie heute eingeladen, wieder zusammen dahin zu gehen. Die meisten haben schon zugesagt.

Ich glaube, sie sind gerne mit mir unterwegs. Es sind ja zwei dabei, die hervorragende Fotos oder Videos machen. Die beiden kommen auch.

zu Integrationstalk am 22.08.19

Ich habe meinen nigerianischen Freund in den USA gefragt, was wohl der Benefit für eine Ehrenamtlerin ist. Antwort: "The benefit of volonteers is the happiness they  give to the refugees. Their job is hard and nobody understands what they go through to bring joy and happiness to other people's faces".

Womit er nicht ganz unrecht hat.

Meine Antwort: benefit of volonteers is to meet someone like you.

24.08.19 - Ich war heute in Mühldorf mit meiner Schwester beim Essen, dann auf einen Eiskaffee. Und dann konnte ich noch jemand überraschen.

Bis vor einem Jahr war ein Nigerianer aus dem Ankerzentrum in meinem Computersprachkurs. Dann wurde er in einen anderen Landkreis verlegt.

Er ist aber weiterhin in Mühldorf in die Berufsintegrationsklasse gegangen. Ich schreibe ihm alle paar Wochen mal. Vor ein paar Tagen hat er mir dann sein Abschlußzeugnis gezeigt. Fast nur 1 er. Super. Zur Zeit arbeitet er in Mühldorf in einer Bar bis am 1. September die Berufsschule beginnt. Ich bin heute an der Bar borbei gekommen und habe schnell mal reingeschaut. Er stand mit dem Rücken zum Eingang. Ich habe mich angeschlichen und ihn von hinten umarmt. Seine Freude war einmalig. Sein Deutsch aber auch. Kaum zu erkennen, das er erst 2 Jahre in Deutschland ist. Diese 5 Minuten waren mein heutiges Highlight.

25.08.19 - gerade schon meinen Beitrag geschrieben, dann  bin ich auf eine Taste ??? gekommen und weg war es.

Heute war wieder Musik im Stadtpark, ein Sänger aus dem Landkreis mit Gitarrem, Schlager, Chanson und Pop. Er kam ein bisschen später und so hatte ich Zeit mit unserem Bürgermeister zu sprechen. Er möchte gerne Bilder haben. Hab ihm so ein bisschen erzählt, was ich mache - nur 2 Minuten lang.

Von den angesprochenen Migranten sind  gut 3/4 gekommen, es waren aber auch neue dabei und einige Kinder. Einer hatte auch wieder seine Frau dabei. Sie spricht super englisch und so habe ich mich die meiste Zeit mit ihr unterhalten und dabei erfahren, dass sie 2 x schwanger war, das erste Kind hat sie im 4. Monat verloren, das andere als Baby. Jetzt wollen sie erst mal hier Fuß fassen. Ihr Mann hatte ja das Bild von mir gezeichnet. Er ist ein Künstler und würde hier gerne eine Ausbildung machen. Sie ist Kindergärtnerin. Auch im Jemen muss man dafür studieren.

Es war wieder ein sehr schöner Nachmittag. Heim gekommen habe ich mit meinem Schützling in den USA telefoniert.

27.08.19

Computersprachkurs - wir waren nur zu 4, mit mir natürlich 5. Es war ein junger Mann aus Afganistan da, ich hätte ihn kennen müssen. Als ich ihn nach seinem Namen gefragt habe, viel mir wieder ein, dass er in die Parallelklasse in der Berufsintegrationsschule ging. Er fängt am Montag mit der Ausbildung an. Verwaltung bei Netto.

Mein Enkel war auch da, endlich. Er will natürlich was von mir, also muss er kommen. Er kann zur Botschaft nach Berlin kommen. Da gibt es eine Befragung und wenn man ihn als den anerkennt, den er sagt, zu sein, dann wird in Sierra Leone sein Pass beantragt. Seine Originalgeburtsurkunde sollte morgen bei ihm eintreffen. Also für die Fahrt nach Berlin braucht er Geld. Die Ausländerbehörde verlangt ja von ihm, dass er einen Pass besorgt, also habe ich gefragt, wann er sein Ticket abholen kann und ob er einen Zuschuß für die Übernachtung bekommt. Antwort "nein", ist ja weil er eine Arbeit annehmen will. Ich dachte, dass wäre im Interesse aller Steuerzahler, dass er schnellstens eine Ausbildung beginnt. Der Betrieb wartet jetzt schon 1 Jahr auf ihn. Und bei allem muss ich auch noch höflich bleiben, ich will ihm ja nicht schaden: ist mir verdammt schwer gefallen.

Jetzt habe ich mit meinem Enkel vereinbart, dass er mir dann monatlich 10 Euro zurückzahlt und wenn er seine Ausbildung anfängt, monatlich 20.

Warum er kein Geld hat - weil er immer an seine Mutter Geld schickt. Von den ca. 200 Euro, die er monatlich bekommt, muss er außer für die Unterkunft, alles andere bezahlen, Essen, Kleidung, Körperpflege. Und dann schickt er auch noch Geld nach Hause. Er muss jetzt erst mal dafür sorgen, dass er immer einen gewissen Betrag zurücklegt.

Dann war noch ein junger Mann aus Nigeria da. Ich habe ihm schon zum wiederholten Mal gesagt, dass er Papiere braucht, wenn er hier jemals Arbeit bekommen will. Aber mit einem Pass kann man ihn nach Nigeria zurückschicken. Das kann man auch ohne, da hat die Regierung schon Möglichkeiten. Ich hoffe, er hat es endlich kapiert.

Abends: Ich war mit "fußball-uganda" zum Abendessen, er hat heute Geburtstag und das war mein Geschenk. Ich habe schon lange nicht mehr so schlecht gegessen. Nicht mal ein Viertel habe ich runtergebracht. Bähhhhhhhh. Er hatte, Sportler, einen Salat mit Huhn, war wohl ok. Als Getränk hatten wir einen alkoholfreien Cocktail. Sooo süß - bähhhhh.

28.08. - Konversation

7 x Jemen, 1 x Syrien, 1 x Sierra Leone, 1 x Nigeria - darunter 2 Frauen, das hat mich überrascht und gefreut. Und dann noch der junge Mann aus Madrid (geb. Slowene). Für ihn war es heute das letzte Mal, er hatte sich ja nur unserem Kurs angeschlossen, weil er keinen anderen Deutschkurs gefunden hat. VHS hat ja Ferien.

Als er sich heute verabschiedet hat, habe ich ein dickes Lob bekommen. Es war das beste, dass er versehentlich in meinem Kurs gelandet ist, er  hat noch nie so einen super Kurs mitgemacht. Es hat ihm so gut gefallen und er hofft, dass ich das so, wie ich es mache, noch viele Jahre machen kann.

Er wußte gar nicht, wie toll man einen Sprachkurs anbieten kann. Ich muss mindestens 50 cm gewachsen sein und die stolz geschwellte Brust hat mir auch gut getan.

29.08.19

heute hat mir der junge Mann noch mal geschrieben und sich verabschiedet. Ich hatte ihm auch einige Tipps für Wien gesandt.

Das hat er u.a.geschrieben:" Ich habe mich  sehr gefreut, Dich kennengelernt zu haben. Ich wünsche Dir viel Erfolg, Glück und das wichtigste, Spaß bei Deiner Arbeit. Du hast mir viel gelehrt und eine besondere Perspektive auf das Leben gegeben. Wir bleiben in Kontakt...." 

So jetzt höre ich auf, mich selbst zu beweihräuchern.

01.09.2019 Hurra

Heute fangen 2 meiner Ugandaer ihre Ausbildung an, der eine hier in Waldkraiburg, der andere in Schongau. Zwei sehr zielstrebige junge Männer. 24 und 27 Jahre  alt. Ist sicher nicht so leicht, in dem Alter in der Berufsschule mit viel jüngeren zusammenzusetzen, die dann auch noch Dialekt sprechen.

Beide hatten vorige Woche Geburtstag. Der junge Mann, der in der Nähe von Schongau lebt, hat dort sehr nette Freunde gefunden und ist in das Leben von Angermühle sehr gut eingebunden. Zu seinem Geburtstag hat ihm einer ein wunderschönes Lied gewidmet und ihm darin auch versprochen, dass er bestimmt auch bald eine Frau findet.

Der andere hier in Waldkraiburg, bisher offiziell wohnhaft in Schrobenhausen, hat sich in der Fußball-Amateurmannschaft einen sehr guten Ruf erworben, Freunde und Gönner gefunden. Gestern ist auch umgezogen, der Fußballverein hat ihm mit einem anderen Fußballer zusammen eine Wohnung im Vereinshaus zur Verfügung gestellt. Leider ist er ja durch eine schwere Knieverletzung gehandicapt. Fußball erst wieder nach der Winterpause. Er wird schwer vermisst. Zum Glück gibt es in der Ausbildungsfirma einen Aufzug. Ich habe da auch mal vor 27 Jahren gearbeitet. Ich bin froh, dass er in dieser Firma untergekommen ist, eine Firma, die weltweit Niederlassungen hat. Da kann er mit seiner englischen Sprache punkten. Und er kann noch einige afrikanische Sprachen mehr.

Schule beginng für beide am 16.09. - bin mal gespannt, was sie sagen.

Der andere Ugandaer, in Schrobenhausen, der immer wieder mal einige Tage bei mir verbringt, bekommt heute einen festen Arbeitsvertrag. Leider erstmal für 28 Stunden/Woche. Aber auch das ist sehr positiv und er hat einen Chef, der sich sehr um ihn kümmert. Leider darf er aus dem 10-Bett-Zimmer nicht ausziehen. Für eine eigene Wohnung gibt es keine Untertützung und sein jetziges Einkommen würde eine Unterstützung durch das Job-Center erforderlich machen. Aber auch er wird seinen Weg gehen. Ende September muss er erst mal wieder ins Krankenhaus nach Regensburg. Die Nase wird gerade gestellt, damit er besser Luft bekommt. Blöd, dass ich im Urlaub bin, sonst hätte ich ihn danach wieder für ein paar Tage zu mir geholt.

04.09.19

wieder einmal musste ich feststellen, dass meine Schützlinge nachts nicht schlafen. Zwischen 1 und 4 Uhr gingen wieder Whatsapps mit Fragen bei mir ein. Schreiben von Ämtern, die sie nicht verstehen usw.

Dass mein Freund aus USA nachts schreibt ist ja erwünscht, hier ist es dem 6stündigen Zeitunterschied geschuldet. Heute Nacht war es das letzte Mal, dass er von 18 Uhr bis 6 Uhr arbeiten musste. Auf Dauer war das nicht durchzuhalten, zumal noch ein lange Anfahrtszeit dazu kam und dann tagsüber viele Dinge erledigt werden mussten,außerdem ist es tagsüber sehr laut. Diese irren Polizeisirenen gehen ununterbrochen. Er ist in den paar Monaten sehr gealtert. Ab heute kann er einen neuen Job anfangen. Für den Pflegedienst fehlt ihm noch die Abschlussprüfung, wird wohl im November sein.

Dann  haben meine Schwester und ich meinen "schwarzen" Enkel nach München zum Flixbus gebracht. Um 21 Uhr waren wir in München. Sein Bus ging aber erst um 23 Uhr. Meine Schwester wollte aber nicht so lange warten, ehrlich gesagt, ich auch nicht. Für mich war er viel zu dünn angezogen - kurze Hose, T-Shirt. Bis jetzt habe ich noch nichts von ihm gehört, mein Handy und Whatsapp waren außer Betrieb. Jetzt habe ich mein altes Handy wieder aktiviert. 

05.09.19 - Integrationstalk

Von mittags bis 15 Uhr war mein Handy und Laptop Doktor da. Es kommt aber auch immer alles zusammen - Vodafone hatte einen Breakdown, der Ladeakku von Handy war kaputt, daher ist der Handy-Akku heiß gelaufen. Fernseher ging  auch nicht. Entsprechend geschafft bin ich zum Integrationstalk. Und jetzt dazu: Ein Glück, dass der  Überbringer schlechter Nachricht nicht wie bei den alten Griechen einen Kopf kürzer gemacht wird.

Vom Flüchtlingsrat lagen Informationen vor, dass wieder verstärkt abgeschoben wird. Es gab dazu Informationen, wie die Betroffenen sich verhalten sollten, auch um eine Abschiebung zu verhindern. Sie können sich auch an den Flüchtlingsrat wenden, Anschrift/Kontakt habe ich da gelassen. Information hatte ich auch in Arabisch und Englisch dabei.

Dann gibt es seit 1.9. das neue Rückkehrgesetz - Anwälte nennen das "das Verhungern- lassen-Gesetz". Alle bekommen mit dem September-Geld weniger ausgezahlt, was es kaum möglich macht beim Gericht gegen den Bescheid vom BAMF zu klagen, obwohl jeder das Recht hat und auch mit dem Bescheid vom BAMF darauf hingewiesen wird. Man will einfach, dass die Leute wieder zurückgehen - das sag mal einem Jemeniten, in dessem Land ein fürchterlicher Krieg ist. Sie werden voraussichtlich einen Brief bekommen, worin die Reduzierung angekündigt wird. Dann haben sie 4 Wochen Zeit Einspruch einzulegen. Auch hier habe ich entsprechende Unterlagen, die wir zusammen ausfüllen können und dann an einen Anwalt weiterleiten können, der eine Sammelklage anstrebt. Es gibt auch Prozesskostenbeihilfe. Ich habe mit der Caritas Kontakt aufgenommen, auch hier wird man die Betroffenen entsprechend begleiten.

Negativ-Bescheid vom BAMF: Ich habe noch mal darauf hingewiesen, dass sie sich auch selbst vor Gericht vertreten können - vor dem Gericht dürfen sie von den beim BAMF gemachten Aussagen nicht abweichen, aber durchaus ergänzen. Sie müssen allerdings innerhalb von einer Woche den Einspruch bei Gericht vorlegen.

Bei unserem Besuch des Stadtparkkonzertes hat einer ein Video gedreht - allerdings hat er auch Leute gefilmt, die nicht zu unserer Gruppe gehört haben. Ich habe ihn auf das Recht am eigenen Bild hingewiesen und dass ich so sein Video nicht verwenden kann und er es auch so nicht verbreiten darf. Er soll die fremden Leute rausschneiden und es mir dann noch mal schicken.

Dann habe ich noch mal gebeten auf meine Whatsapp möglichst zeitnah zu entworten. Jajaaaaa

Über unseren nächsten Spaziergang am Samstag haben wir auch gesprochen - es  sind 20 Anmeldungen - alle werden wohl nicht kommen. 

Wir gehen bei trübem Wetter, wenn es aber regnet fällt der Spaziergang aus. Wir wollen nach Kraiburg - insgesamt 8 km - ich möchte mit ihnen auf die Schloßbergkapelle.

Es waren heute wieder 2 neue Jemeniten da und ein  Brasilianer - irre. Konnte mich mit ihm aber noch nicht ausführlich alleine unterhalten.

Aber er würde gerne den Computersprachkurs betreuen - wir suchen jemand, auf den man sich 100 % besser 150 % verlassen kann. Hat ihn nicht geschockt. Ich werde ihn, wenn die Kurse wieder angehen, meinen Kollegen vorstellen.


Frage, warum  sie Dienstag und Mittwoch nicht in die Bücherei gekommen sind - einmal war wieder Versammlung wegen Auseinandersetzung mit Afrikanern. Man wollte darüber auch noch mal am Mittwoch sprechen - daher kam niemand zu mir. Schade, aber so etwas muss sich akzeptieren.


Dann hat man mir gesagt, dass ab Montag von 9 bis 13 Uhr Deutschunterricht im Camp angeboten wird. Dann werden sie nicht mehr an den Computersprachkursen und meinem Konversationskurs teilnehmen. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen. Es gibt einfach Migranten, die jede Chance einer Sprachbildung wahrnehmen und andere, die man nie in einem Kurs sieht.


Alle saßen heute etwas bedröppelt rum und es war nicht so leicht, sie wenigstens ein bisschen zum Lachen zu bringen. Heute waren bis auf den Brasilianer alle aus dem Arabischen Raum. Ich habe nie gedacht, dass man mit ihn so familiär werden kann. Das gleiche gab es aber auch schon mit den Ugandaern.

Die meisten immer Muslime. Ich schätze sie sehr.

Viele leiden bereits unter "Lagerkoller". Manche sind schon Monate im Camp. Aber wir haben doch schon eine gute Freundschaft geschlossen. Es gibt immer unter den Migranten Gruppen, die etwas ganz besonderes sind. Und wenn es manchmal auch besondere Schlitzohren sind, sie machen auch Spaß. Vor allen Dingen, wenn man sie merken läßt, dass man sie durchschaut.

Sehr schade, dass kaum Afrikaner kommen - nur sporadisch. Sie erwarten von mir immer Tipps, wie sie hier bleiben können und sind enttäuscht, wenn ich  da nur sagen kann: lernt Deutsch. Bedeutet nicht, dass ihr bleiben dürft. Aber ohne Deutschkenntnisse keine Arbeit. Und ihr braucht Papiere. Ohne Papiere auch keine Arbeit.

Wie gesagt, heute war für die Teilnehmer ein Negativtag. Tut mir leid.

Als ich nach Hause kam, war eine Whatsapp mit einer Rose da (von einem der heutigen TN). Puh, das tut gut

06.09.19 mein schwarzer Enkel hat mir geschrieben, dass er aus Berlin zurück ist und alles gut gegangen ist. Er hat von seiner Botschaft eine Bestätigung, dass er da war. Am Sonntag kommt er zu mir. Dann können wir erstmal Kopien an die Ausländerbehörde und den Anwalt schicken.

07.09.19 - Spaziergang nach Kraiburg

ist ausgefallen. Zu schlechtes Wetter. Um 14 Uhr haben wir entschieden, dass wir nicht gehen und auf Sonntag, den 15.09. verschieben. Eine Stunde später kamen die ersten Wolkenlücken und um 16 Uhr schien etwas Sonne. Schade, dass wir nicht gegangen sind. Jetzt heißt es hoffen, dass am 15. die Sonne scheint.

08.09.19 - Ich bin sehr stolz auf meinen "schwarzen" Enkel. Er war heute Nachmittag da - ich hatte Kuchen gebacken - und hat mir seine neu erstandenen wichtigen Papiere gezeigt. Er hat jetzt endlich die Originalgeburtsurkunde und eine Bestätigung der Sierra Leonischen Botschaft, dass er um einen Pass angesucht hat.In dem Papier steht drin, dass die Botschaft hier keinen Pass oder ein Ersatzpapier ausstellen kann. Den kann er nur direkt in Sierra Leone bekommen. Aber man hat ihm bestätigt, dass er aus Sierra Leone stammt. Ich hoffe nun, dass das endlich für eine Ausbildungsgenehmigung reicht. Es heißt ja, dass "aktive Mitwirkung" Voraussetzung für eine Arbeitserlaubnis ist. Das liegt ja nun vor. Vom Ausbildungsbetrieb hat er die Bestätigung, dass er jederzeit mit der Ausbildung bekommen kann.

Ich habe dann vorgeschlagen, dass ich einen Termin beim Anwalt vereinbare. "Oma, das habe ich schon gemacht, morgen um 10 Uhr". Super. Meine Schwester war gerade da und fährt uns morgen zum Anwalt. Dann hatte ich viele Anziehsachen - Chris vielen Dank dafür - und die haben wir auch heute dann zur Gemeinschaftsunterkunft gebracht - dort verteilt er alles.

Ich bin stolz auf ihn, immer mehr nimmt er sein Leben selbst in die Hand. "Oma, Du hast immer an mich geglaubt, vielen Dank dafür".

09.09.19 - Der Termin beim Anwalt war nur ein Termin bei der Sekretärin. Wir haben alle seine Papier im Original dort abgegeben und dafür eine Bestätigung  erhalten. An die Ausländerbehörde geben wir nur Kopien. Dort haben wir einen Termin für Donnerstag.

10.09.19 - Computersprachkurs - gut besucht, leider musste ich erfahren, dass die eine Jemenitische Familie morgen ihren Transfer nach Freising hat.

Tut mir für mich leid, für die Familie könnte es ein Schritt in eine bessere Zukunft sein. Beim Verabschieden und Umarmen hat der Vater (für mich auch ein junger Mann mit 46 Jahren) geweint. Das geht schon nahe.

11.09.19 - Konversations- und Integrationskurs- 2 x Jemen, 1 x Nigeria, 1 x Sierre Leone, 1 x Uganda. Alles Muslime - ich mag sie sehr. Heute habe ich erfahren, dass noch einige aus der Gruppe ihren Transfer haben. Weiß aber noch nicht wohin.

Wir haben uns darüber unterhalten, warum einige Muslime Frauen nicht die Hand geben. Sehr interessant und eine tolle Erklärung. Frauen sind wie Blumen und wenn man sie anfasst gehen sie kaputt. Ist das nicht wunderschön? Warum sie mich dann alle umarmen? Najaaaaa - ich bin ja nicht mehr so jung und da ist die Umarmung eine Frage des Respekt. Auch super. Ich lerne so viel und kann diesen Glauben immer mehr respektieren. Haben möchte ich ihn aber nicht.

Das waren Angaben der Muslime aus dem Jemen. Die Afrikaner sehen das viel lockerer, bei ihnen müssen die Frauen nicht unbedingt ein Kopftuch tragen, kann auch ein schicker Hut sein und ganz normale (bunte) Kleidung.

Dann hat mich der junge Mann aus Uganda noch gefragt, wo er Hilfe bei der Wohnungssuche bekommt. Er hat die Aufforderung bekommen, die Gemeinschaftsunterkunft zu verlassen und sich eine eigene Wohnung zu suchen. Witzig, wir haben keine freien, bezahlbaren Wohnungen. Ich habe die Caritas angeschrieben und hoffe, dass ich bis Dienstag eine Antwort bekomme.

12.09.19 - heute Vormittag hat ich mit meinem "Enkel" einen Termin bei der Ausländerbehörde. Es sah so aus als wären seine Bemühungen wohlwollend anerkannt worden, jetzt muss auf die Zustimmung der Regierung zur Aufnahme der Ausbildung gewartet werden. Wird ca. 4 Wochen dauern. Die Dame meinte "schaut gut aus". Aber wie sagt der Bayer: Nixgwisswoasmanet. War mas ab

Dann waren wir noch in dem Ausbildungsbetrieb, ein Autohaus. Da wartet man schon seit über einem Jahr, dass er anfangen darf. Ich habe mit dem Meister und ein paar hoffentlich zukünftigen Kollegen gesprochen. Er hat während seines Praktikums einen sehr guten fachlichen Eindruck gemacht. Er hat ja in seinem Heimatland schon als Automechaniker gearbeitet. Das wurde ganz lobend erwähnt. Sie warten jetzt halt weiter. Dummerweise ist ja die Schule diese Woche angegangen. Da versäumt er auch viel. Und dann müssen wir uns nach einer berufsbegleitenden Ehrenamtlichen Unterstützung umsehen.

Und er muss sich weiterhin um einen Pass aus seinem Heimatland bemühen. Mal sehen, wie wir das hinbekommen.

13.09.19 - Jemenitischen Besuch am Nachmittag. Ich hatte einen von Ihnen gebeten, mir etwas am Handy und Laptop zu erklären. 3 bzw. 4 (Platz am Tisch) waren für 16 Uhr eingeladen. Gekommen sind sie um 14 Uhr zu dritt. Leider hat der eine sein Frau, die ich sehr nett finde, nicht mitgebracht. 14 Uhr ist zu früh, da kocht sie noch. Ja deswegen hatte ich ja auch 16 Uhr gesagt. War schade. Wir haben Cappuccino, bzw. Bier getrunken und ich hatte etwas Gebäck gekauft, hat sie aber nicht interessiert. Viele der Migranten mögen kein Gebäck, das ist jetzt eine Erfahrung über 4 Jahre. Egal, wo sie herkommen. Nur unter den Syrern gibt es ein paar "Süße". Was ich fürs Handy wissen wollte, haben wir gemacht, aber vor lauter Ratschen auf die Probleme mit dem Laptop vergessen. Ich habe wieder so viel von ihrer Kultur und ihre Fluchtgründe erfahren. Von den zurückgelassenen Familien und den mitgebrachten.

Mich hat auch das Kat-Kauen interessiert. Ja, das ist üblich, hat sich in ihrem Land aber auch negativ verändert. Während es früher den Erwachsenen vorbehalten war und keinesweg exzessiv gekaut wurde, konsumieren es heute schon die Kinder. Sie  gehen nicht mehr zur Schule, hängen nur rum.

"Im Jemen nennt man das Kat-Kauen, bei uns das Daddeln mit dem Smartphone". SIe sehen Kat aber nicht als Droge an. Drogen sind verboten und stehen unter Strafe, Kat nicht. Daddeln bei uns ja auch nicht.

2 von ihnen, der gute Zeichner und der Fotograf geben jetzt einmal in der Woche interessierten Camp-Bewohnern, meist Kinder, Mal- und Fotografieunterricht. Morgens gehen sie jetzt jeden Tag von 8 bis 13 Uhr in den Deutschunterricht und sind damit sehr glücklich. Ich bin glücklich, dass sie das geboten bekommen. Da ist unser Ankerzentrum und sein Leiter eine tolle Ausnahme.

2 x in der Woche kommen sie dann nachmittags in meine Kurse, allerdings nur einige wenige und Donnerstag Nachmittag ist dann der Integrationstalk.

Allerdings sind letzte Woche einige verlegt worden und auch am Montag/Dienstag gehen wieder einige in andere Unterkünfte in Bayern. Das sind meist Gemeinschaftsunterkünfte, wo sie sich selbst versorgen können. Manche z.B. größere Familien bekommen auch Wohnungen.

Na auf jeden Fall als sie weg waren, fiel mir auf, dass sie eine Einkaufstüte von Netto "vergessen" hatten. Ich habe hinterher gerufen, aber "das ist für dich Eva". Dabei brauchen sie ihr Geld selber und ich bin ja, was das Essen anbelangt sehr kritisch. Jetzt habe ich Sachen zuhause, die ich nie essen werde.

Obst aus Spanien, u.a. Weintrauben ohne Kern, steinharte Pfirsiche, Vollmilchschokolade und Kekse - alles bäh für mich. Ich gebe die Sachen weiter, aber da schäme ich mich, dass ich etwas verschenke, dass ich selber nicht essen will. Wenn ich Gäste habe, kaufe ich nicht extra beim Discounter ein.

Da gehe ich ja sonst auch nicht rein. Aus dem Obst werde ich Marmelade kochen und dann verteilen. Wegwerfen will ich auch nichts.

15.09.19 - (Stadt)spaziergang haben wir dieses Mal an den Ort der Namensgebung für Waldkraiburg verlegt. Nach Kraiburg - 1200 Jahre alt, Waldkraiburg - 70 Jahre alt. Für 14 Uhr 30 waren wir verabredet, also bin ich zuhause kurz nach 2 los. Einer war schon da, bis alle - fast alle - da waren - war es 14 Uhr 50. Also dann los, es waren auch 3 dabei, die ich nicht kannte. 1 x Syrien, 1 x Jordanien, 1 x Jemen - die 3 sind Freunde. 2 Frauen und 1 Kind waren auch dabei. Die beiden Frauen sind richtige Feger, mit und ohne Tuch, aber immer mit Zigarette, selbst gedreht.

Einen Teil der Strecke kannten sie schon, aber in Kraiburg waren sie noch nie. Bis hinaus zum Schloßberg und der Kapelle sind es fast 5 km.

Auf dem Weg dahin hatten sie so etwas wie einen Radio dabei, komischer bunter Würfel (nie gesehen). Also zogen wir übers Land mit arabischer Musik. Unterwegs wurde dann auch getanzt. Ich habe mich aber geweigert.

Es gibt auf dem Weg viel Obst, dass man sich nehmen darf und da waren sie ganz glücklich. Sogar Weintrauben vom Stock.

Auf dem Weg hinaus zum "Gipfel" bin ich ausgerastet. Der Weg ist schmal und geht an einem hohen Hang entlang. Klettert doch nicht mein "Sohn Ali" auf einen Ast, der in den Hang hineinreicht - ca. 20 - 30 m nach unten geht es da - und zeigt, wie gut er balancieren kann. Sie haben Bilder gemacht von dem "Affen" auf dem Ast und von der durchdrehenden Eva. ich bin ja für die Bande verantwortlich. Heute kam eine Entschuldigungs-Whatsapp. Verschlimmert haben sie es dann, indem sie so ein Bild von mir als Profil genommen haben. Mir bleibt auch nichts erspart.

Die Aussicht auf Kraiburg und hinüber nach Waldkraiburg haben sie sehr genossen.

Als ich dann zur Rückkehr gemahnt habe, haben sie erst verstanden, dass sie das alles auch wieder zurücklaufen müssen. Oh Mama!!!!!

In Kraiburg haben sich dann die 3 neuen abgesetzt, sie wollten schneller nach Hause. Die anderen haben sich dann noch ein Eis gekauft und mit der Verkäuferin geflirtet - ihr hat es auch gefallen.

Als wir fast zuhause waren - vielleicht noch 2 km - haben  sich die meisten für den kürzeren Weg entschieden, aber mitten in der Sonne am Kanal entlang. 2 sind mit mir die von mir geplante Strecke durch den Wald gelaufen. Um 19 Uhr war ich zuhause. Da habe ich festgestellt, dass ich mich nicht einmal hingesetzt hatte. Immer nur geguckt, was die Bande macht. Sie sind mir wichtig und ich möchte nicht, dass ihnen etwas passiert.


Sagt nicht einer zu mir: Mama Deutschland ist ein Paradies. Er ist noch nicht in der Wirklichkeit angekommen.

16.09.19 - Was hat er (Karem) heute geschrieben: Du bist kostbarer als  mein Herz, Mama Eva. Wir haben von Dir Menschlichkeit gelernt, wir haben von dir gelernt Barmherzigkeit. Wir lernen von Ihnen viele Prinzipien"

Da müssen wir noch mal drüber reden. Denn, wenn ich etwas hasse, dann sind das Prinzipien (Sturköpfe). Aber Regeln, Höflichkeit, Anstand, Respekt vor einander,  die Freiheit des anderen achten und sich eigene Grenzen gegenüber anderen setzen. Das ist mir wichtig.

Zum Abendessen hatte ich dann ugandischen Besuch. Seit Anfang September hat ja die Ausbildung  begonnen - als Industriekaufmann. Óbwohl er alles auf Deutsch versteht, gibt es doch immer noch Probleme, wenn er sich selber auf Deutsch ausdrücken soll. In der Firma, in der er arbeitet (da war ich auch mal) gibt es eine hervorragende Lehrlingsausbildung. Allerdings auch mit viel Beteiligung der jungen Leute - da ist nix mit sich berieseln lassen. Und so gab es auch Aufgaben, zusätzlich zu den Aufgaben der Berufsschule. Da musste ich auch eine Menge heute nachdenken. Nicht schlecht für meinen Kopf, zumal ich auch nebenbei noch gekocht habe. Vorspeise war ok, aber als Hauptgang hatte ich Scampi - "oh Eva, die mag ich nicht". Also hat der den Rest Vorspeise ausgegessen und nur Reis mit Tomaten. Konnte ich aber nicht wissen. Jetzt weiss ich aber, dass man im Inneren Afrikas keine Meeresfrüchte isst. Und schon wieder habe ich etwas dazu gelernt.

Da er mit dem Fahrrad da war und sein Licht fürs Rad zuhause vergessen hatte, habe ich ihm meine Leuchtstreifen um die Wadeln gebunden. Zum Glück hatte er ein weißes Shirt an.

Habe gerade erfahren, dass er gut nach Hause gekommen ist.

17.09.19

Morgens mit den beiden Sprachkurs-Organisatoren - wir sind einfach zu wenige Ehrenamtler. Ab Oktober werde ich den Computersprachkurs nur noch dienstags im Ankerzentrum betreuen, der bisherige in der Bücherei fällt flach. Mittwochs bleibt es da aber bei Konversation und Integration, damit auch die Leute aus der Gemeinschaftsunterkunft einen Ansprechpartner haben. Wir waren uns einig, dass die Hilfe, die sie von den Sozialarbeitern in der GU bekommen, nicht ausreichend ist. In Zukunft ist der Integrationstalk im Ankerzentrum jeden Donnerstag und einmal im Monat gibt es samstags einen Stadtspaziergang. Termin hängt vom Wetter ab.

Computerklassenzimmer: 4 aus dem Ankerzentrum und 2 aus der GU. Mein schwarzer Enkel ist, obwohl versprochen, nicht gekommen. War nicht in Waldkraiburg hat er geschrieben. So geht es nicht. Hoffentlich kommt er heute und holt sich seinen Anschiss ab. Bei den Leuten aus dem Ankerzentrum waren 2 Frauen dabei, die auch mit auf unserem Spaziergang am Sonntag waren. Da bahnt sich wohl ein Techtelmechtel zwischen zweien an.

Er hat allerdings Familie zuhause, aber diese Familie war wohl mit ein Grund, warum er sein Land verlassen hat. Mal sehen, was daraus wird. Geht mich nichts an, interessiert mich aber.


18.09.19 Integrationstalk

Einer kam um sich zu verabschieden, er ist heute mit seiner Familie an einen anderen Ort verlegt worden. Er war auch sehr traurig. Aber an neuen Orten können sie mehr erreichen.

Dann war eine junge Frau aus dem Jemen da. Sie war schon 1 Jahr zum Studium in Leipzig und spricht sehr gut Deutsch. Aufgrund der Situation in ihrem Land hat sie dann hier um Asyl angesucht - jetzt habe ich wieder eine gute Dolmetscherin.


19.09.19 - Integrationstalk

es waren 12 Leute da, darunter auch 4 Neue. Wieder auch 2 Jordanien und eine junge Frau aus Tansania. Gestern war schon eine Jemenitin
da, die mit einem Studienvisa hier ist, und jetzt um Asyl angesucht hat. Spricht schon sehr gut deutsch (1 Jahr in Leipzig) und war heute meine
Dolmetscherin. Auch ein Syrer aus Idlib war da. Immerhin hat er diese Katasprophe überlebt


Ab 27.09./bzw. 8 Oktober nach meinem Urlaub haben wir neue Termine- habe ich auf die Flipchart  geschrieben. Sowohl fürs Computerklassenzimmer,  als auch den Integrationstalk, und Konversation/Integration im Haus des Buches.
Einige haben es sich abfotografiert.

Es war aber niemand dabei, der sich fürs Computerklassenzimmer interessiert. Schade

Heutige Themen:

Hinweis auf den Bayerischen Flüchtlingsrat

Bei Transfer sofort den Anwalt über die neue Adresse informieren und auch mir Bescheid geben.

Leute, die ein Zertifikat/Computerklassenzimmer wollen müssen ein Bild und die Adresse senden - an mich oder Kollegin


Der Anwalt hatte mich gebeten, den Klienten zu sagen, dass sie Dokumente nicht falten sollen und in Klarsichthüllen aufbewahren sollten.
Und nur in DINA4-Kuverts weiterleiten.

Dann wollten sie etwas über das Oktoberfest wissen: Ich habe ihnen den Bierpreis genannt - ließ das Interesse gleich nach - und als ich
gesagt habe, dass sie weder Rucksack noch Taschen mitnehmen dürfen nur Unverständnis. Kein Geld in die Hosentasche stecken - wo viele Menschen sind wird auch viel geklaut. Geld am besten in den Socken und unter die Fußsohle - so mache ich es, wenn ich längere Zeit im Zug unterwegs bin.

Neue Termine für unsere Angebote  genannt und an welchen Orten. Ich hoffe, es ist angekommen.

Es waren 2 da noch unter 23 Jahren. Ich habe sie auf die Möglichkeit des Besuchs der Berufsintegrationsschule nach einem Transfer
hingewiesen.

Bei nächsten Spaziergängen erwarte ich wirklich, dass sie meinen Anweisungen nachkommen. Ich muss dafür gerade stehen, wenn etwas
passiert. Habe maßlos übertrieben. Sah aber so aus, als würden sie es endlich verstehen.


Einer hatte mir geschrieben, dass ich sie Prinzipien lehre.
Nein, das will ich nicht, ich mag keine Prinzipien - sind für mich Sturköpfe,
aber was mir wichtig ist:

Regeln einhalten

Höflichkeit

Anstand (nicht auf die Straße spucken und rotzen) und die Hose nicht zwischen den Beinen hochziehen. Ist unmöglich.

Respekt, auch gegenüber der Umwelt - keine Kippen und kein Papier auf die Straße werfen. Kinder entsprechend erziehen

Die eigene Freiheit hört da auf, wo ich die Freiheit des  anderen verletze.

Merke gerade, dass ich mich wiederhole - sorry

Nächster Stadtspaziergang: 12.10. Wetter abhängig, was wir machen. Bei Regen ins Haus der Kultur - Ausstellungen ansehen.

Die Kollegin, die die Küche betreut, war auch da und hat angeboten, beim nächsten Stadtspaziergang mit dem Auto nachzukommen und eine Brotzeit mitzubringen - toll.

Um 18 Uhr war Schluss, weil ich dann einige rausgeschmissen habe.


Zuhause musste ich dann für einige Schützlinge noch E-Mails senden, einmal wegen Besorgung von Papieren und einmal wegen eines anstehenden Krankenhausaufenthaltes. Eine Antwort habe ich schon bekommen und auch an eine andere Stelle weitergeleitet. Vom Klinikum habe ich noch keine Antwort. Kommt hoffentlich noch morgen.