Ehrenamt-Tagebuch Teil 20

Hier die Bericht dreier Schützlinge aus 3 verschiedenen Herkunftsländern. Alle 3 wunderbare Menschen

Das ist die E-Mail von Luae, Jemen - 18 Jáhre alt. Er hat immer für mich vom Englischen ins Arabische übersetzt:

"Schreibe ich heute einen Text über Frau Eva Schnitker. Wenn wir nach Deutschland gekommen wir kannten die Gesetze nicht und was richtig und was falsch war.

Aber Sie hat uns die wichtigen Gesetze gelehrt und wie mischen wir uns mit der Community. Wir haben etwas von der deutschen Sprache von ihr gelernt,
aber wir haben früher Englisch gesprochen, weil wir neu in Deutschland sind und ich der Übersetzer war. Wir gingen viele Spaziergänge zusammen und  wir in ein
altes Museum gingen, war es wirklich cool. Die hat uns geholfen und beraten. Sie ist eine wirklich gute Frau und wir lieben Sie sehr."


Bericht von Henry/Uganda:

"Ich habe Frau Schnitker im  Mai 2017 kennengelernt, bei Ihre ehrenamtlich Sprachkurs als  Sprachpatin für den Arbeitskreis  Asyl, Waldkraiburg. Diese war damals in der
Bücherei und manchmal bei einer Kaffeerunde mit anderen stattgefunden. Sie ist sehr aufgeschlossenen, hilfsbereit und sehr nett und hat uns sehr viel geholfen nicht nur mit Sprachkurs sondern auch mit den Beratungen durch Asylverfahren, Verbindungen mit Rechtsanwalt nach Bedarf, verschiedenen vernünftigen allgemeinen Informationen damit wir sehr gut in Deutschland integrieren  können...... etc

Beispiel. Da die Kurse des Arbeitskreises Asyl ein Niveau von max. A2 anstreben. Frau Eva hat mich dann an Ihren  Kollegen weitergeleitet, damit ich meine Sprachkenntnisse bis Niveau B2 verbessern kann. Außerdem kümmert sie sich uns wie unsere  Mutter und hat immer Kontakt mit uns gehalten. Sie ist einfach sehr lieb und nett "


Anmerkung von Eva: wir Duzen uns vom ersten Tag an. Aber man merkt, dass er jetzt eine Ausbildung macht - die Form muss gewahrt werden. Ohne ihn wäre ich ja nach dem Beinbruch nicht in meine Wohnung zurückgekommen. Er hat die 63 kg nach oben geschleppt und auch mal wieder runter. Wir sind wirklich Freunde geworden. Er ist immer für mich da

So und hier liefen mir dann die Tränen runter:

"I DONT NEED AN ANGEL BECAUSE I FOUND ONE ALREADY

If I decide to pen down the story of my life and experiences it would be a book.

I will only tell you how my meeting with Eva gave me hope and direction when I was confused about what life truly has to offer!

Humans like Eva exist but I am sure they are hard to find due to the selfless behavior and big heart they posses!

She is patient with you regardless of your background or race, offer you advices and never force you to take them. Most importantly she believes in your future and always support in all possible ways.

It amazes me how she involve and engage people without a motive to make any profit! But with the time I spent with her I found out she is just a humanitarian that still believes everyone deserves a better tomorrow! My friendship with Eva stopped me from looking up in the sky to see if Angels are up there! She is one in the human body!

Femi

Femi ist mein bester und engster Freund geworden. (Er nennt uns "inseparable friends). Er hatte ja Deutschland freiwillig wieder verlassen und ist in seine Heimat zurück. Er kam ja nach Europa weil er politisch verfolgt und gefoltert wurde. Leider ist er seinen Peinigern wieder in die Hände gefallen und hat über Nacht sein Land wieder verlassen müssen. Nach Deutschland durfte er nicht zurück, weil zwischen freiwilliger Ausreise und wieder Einreise min. 2 Jahre liegen müssen

21.09.2020

was war inzwischen. Viel Schreiberei, zum Teil unnötig,weil einer meiner Schützlinge mehrere Leute mit ein und der selben Sache befasst hatte und zum Teil wider besseren Rat (Sozialarbeiter) gehandelt hat. Ein anderer Sozialarbeiter hat für ihn einen unnötigen Brief ans Gericht geschrieben und vergessen eine Kopie zu machen. Es ist zum Haare raufen.

Am 15.09. hatte ich einen der Sierra Leoner gebeten, mich beim Einkaufen zu begleiten. Wir haben zusammen meine Überweisungen beim Arzt abgeholt, waren im 1-Euro-Shop, im Café und im Bioladen. Überall ist man ihm freundlich begegnet.

Samstag, 19.09. auf dem Wochenmarkt. Ich hatte ja über whatsapp und E-Mail viele positive Nachrichten aufgrund des Artikels in der Zeitung bekommen. Artikel zum Lesen:

OVB Waldkraiburg - bitte googeln - noch besser: eva schnitker (googeln - steht viel alter Mist drin, aber eben auch dieses Interview)

Aber auf dem Wochenmarkt wurde ich dann ausgerechnet von der Freundin meiner Schwester schwer angegangen. Wie man sich nur um diese Menschen kümmern kann und dann auch noch sagen, dass man alle aus Lesbos holen sollte. Als ich ihr dann gesagt habe, dass ich eigentlich nicht nur Lesbos meinte, sondern die Schutzsuchenden auf allen Mittelmeerinseln ist sie fast ausgerastet. Aber sowohl meine Schwester als auch ihr Mann standen nur hilflos daneben. Zum Glück bin ich ja nicht auf den Mund gefallen.

Für gestern 20.09. hatte ich meinen schwarzen Enkel eingeladen und dazu noch die beiden Sierra Leoner aus dem Camp. Da können sie sich gut austauschen - dachte ich. Leider hat mein "Enkel" abgesagt. Er muss ja 20 km hin und wieder zurück radeln. War ihm zu viel. Er fühlte sich nicht gut und wollte sich ausruhen. Heute muss er in die Berufsschule und abends in die VHS zum Deutschkurs. Er spricht schon sehr gut, aber es fehlt an den Feinheiten um in der Berufsschule mithalten zu können. Sein Arbeitgeber hat ihn angemeldet.

Die beiden anderen sind schon gekommen, es gab Zwetschgendatschi, Cappuccino und heiße Schokolade.

Morgen gehe ich das erste Mal wieder zum Sprachkurs - sie freuen sich schon

22.09.2020 - Sprachkurs

die Freude hielt sich in Grenzen, es waren nur die beiden Sierra Leoner da, die auch am Sonntag bei mir zum Kaffee waren. Der Ältere kümmert sich ja auch immer um das Klassenzimmer, in der Zeit, in der ich ausgefallen bin, hat er das alleine gemacht. Der andere 17 Jahre alte, geht ja in die Schule, leider immer nachmittags, nur am Dienstag hat er vormittags Unterricht. Die beiden haben es aber genossen, dass ich nur für sie Zeit hatte. Mit dem junge Mann bin ich nach dem Sprachunterricht noch zu Netto (ist direkt am Camp). Was für ein Grauen, freiwillig würde ich da nicht einkaufen. Er möchte gerne Basketballer werden, leider gibt es kein Team bei uns. Die Zeit bis zu einem Transfer an einen anderen Ort nutzt er durch fleißigen Besuch des Fitnessstudios im Camp um Muskeln aufzubauen. Beachtlich was er im letzten Jahr da geschafft hat. Allerdings ist die Kost im Camp zu kohlenhydratlastig, damit kann man keine Muskeln aufbauen. Und so haben wir gestern Hülsenfrüchte und Nüsse gekauft. Auch ein Joghurt. Mehr geht nicht, weil er ja nichts kühlen kann. Das wird im Winter besser. Er kann die Hülsenfrüchte nicht erhitzen und so muss er sie kalt aus der Dose essen. Ich habe ihm noch eine Dose Tomatensugo gekauft, dann kann er das mischen und auch eine Flasche Rapsöl. Er ist strahlend damit abgezogen. Ich habe ihm jetzt geraten, wenigstens Streetball zu spielen. Das will er tun.

Er ist so enttäuscht, dass niemand auf der Straße mit ihm Deutsch sprechen will. Die Leute drehen sich einfach weg, wenn er fragt. Gestern sind uns ein paar Jungs - 12 Jahre? - begegnet und ich habe sie gebeten mit ihm Deutsch zu sprechen. Haben sie auch gleich gemacht und versprochen, das immer zu machen, wenn sie ihn sehen.

Mein bester Freund in USA hat auch durch Corona große Probleme - es ist ja alles geschlossen - ich hoffe, dass sich alles zum Guten wendet.

Heute habe ich zum ersten Mal den Anwalt gebeten nur noch direkt mit einem der Jemeniten in Kontakt zu bleiben, nicht mehr über mich. Ich hatte das Gefühl, dass man mir unterstellt, dass ich dem Anwalt Klienten zuführe. Ist Quatsch, wie haben kaum Anwälte im Landkreis, die  sich um Flüchtlinge kümmern. Natürlich gibt es in München viele, aber das kostet Fahrgeld, was dann bei der Bezahlung des Anwaltes fehlt. Leider antwortet der Anwalt immer nur nach massiver Anmahnung, was den Eindruck vermittelt, dass er nichts tut. Aber er kommt mit der Arbeit nicht nach. Ich habe dazu gelernt und werde in Zukunft nur noch die Adresse des Anwaltes weiterleiten.

Ich habe ja niemanden meinen Geburtstag genannt, weil ich nicht möchte, dass sie Geld ausgeben. Aber mein Ugandischer Trainer und Treppenträger hat es trotzdem raus bekommen. Er kommt am Sonntag zu mir - ich werde ein Pilzrisotto machen

28.09.2020 Aus dem Internet:

"kann  es sich aber gewiss nicht um ein umstrittenes "Flüchtlingslager" handeln, denn "Flüchtlinge" gibt es in DE keine, da alle die hier illegal einreisen zwangsläufig mehrere sichere EU-Staaten durchqueren mussten, um überhaupt nach DE kommen zu können. Ein Flüchtling ist nur  solang ein Flüchtling, bis er das erste sichere Land erreicht hat, danach handelt es sich entweder um illegale Migranten oder um politisch Verfolgte, die aber dann als Asylanten bezeichnet werden müssen. Diese Unterscheidung sollte aber die Verfasserin des Artikels wissen und den "hochrangigen" Politikern von FDP, SPD und Grünen/innen sollte das eigentl. auch bekannt sein!"

Eva: Unseren Journalisten sollte es auch bekannt sein. Wir haben keine Flüchtlinge in den Ankerzentren oder wo auch immer. Ich mag das Wort sowieso nicht und habe mich auch bei unserer Zeitung beschwert, dass man mich "Flüchtlingspatin" genannt hat. Ich betreue meine "Schützlinge", warum sie hier sind, ist mir schei... egal.

H. Uganda: Risotto ist gut angekommen, und jetzt ist auch der Lattenrost  in meinem Bett wieder in Ordnung.

Heute morgen war M./Sierra Leone da und hat sich einen Rollkoffer abgeholt. Er wird am Donnerstag nach nach Manching verlegt (Große Kacke) und brauchte einen Koffer, Dank Chris habe ich einen (sogar 2), dann habe ich ihm noch ein paar Masken mitgegeben, wieder so ein Verlust. Er hat jeden Tag das Computerklassenzimmer betreut und auch zu Beginn und am Ende desinfiziert. Es wird für mich sehr hart ohne ihn werden, jetzt wo ich noch nicht so gut zu Fuß bin. Auf ihn war immer Verlaß. Morgen muss er wegen seines Ausweises nach München. Mal sehen, wie das mit den Streiks wird, wir wollten uns am Abend zur Pizza treffen.

Am Mittwoch bekommt er von uns noch eine Urkunde und ein kleines Buch Deutsch-Englisch. D.h. ich muss nicht nur morgen in den Schulungraum, sondern auch am Mittwoch und dann auch wieder am Donnerstag, zur Zeit n och etwas viel für mich.

29.09.2020

Im Klassenzimmer war der 17 Jährige Junge aus Sierra Leone und eine Frau aus Algherien - 250 Leute wohnen im Camp - 2 im Sprachkurs. Allerdings dürfen Personen mit möglicherweise Bleiberecht in die Schule gehen und die findet zum Teil nachmittags statt. Daher kann der 17 Jährige nur dienstags kommen, an den anderen Tagen ist Unterricht.

Bei dem Suchen nach der entsprechenden Sprache - also aus welcher Sprache ins Deutsche - habe ich einen großen Fehler gemacht. Ich habe für Algherien nach Französisch gesucht.

Die Sprache ist aber Arabisch. Die junge Frau hat mich darauf hingewiesen, dass Franzöisch die Sprache der Kolonialherren ist. Natürlich kann sie Französisch, aber es ist nicht ihre Sprache, sondern die der Franzosen, die sich jahreland da aufgehalten haben und nur durch einen blutigen Krieg vertrieben wurden.

Abends habe mich mit unserem tatkräftigen Unterstützer und dem JUngen aus Sierra Leone auf eine Pizza (für jeden eine) getroffen, das war ein sehr schöner Abend, wenn auch traurig, es war ja ein Abschiedsessen. Wir haben im Lokal sogar einen Tisch bekommen, an dem wir uns besonders gut unterhalten konnten. Es blieb etwas Pizza übrig, die ihnen ganz lieb eingepackt wurde.

30.09.20 Ich bin für den offiziellen Abschied von MS ins Klassenzimmer gegangen - er hat eine Urkunde bekommen, in der alles drin steht, was er für uns geleistet hat. Wird ihm aber auch nichts nützen. Außerdem hatte ich ein Deutsch-Englisch-Buch besorgt - Kurzgeschichten von Jack London. Dann draußen vor der Tür noch einmal fest umarmt.

01.10.2020 - er ist jetzt in Münchsmünster in einer Gemeinschaftsunterkunft. Ein schön renoviertes altes Bahnhofsgebäude -- allerdings 4 Personen in einem Zimmer. Aber er kann jetzt selber kochen und ich habe gesehen, dass es viele Unterstützer gibt. Ich werde nächste Woche Kontakt aufnehmen.

02.10.20 - Integrationstalk: Es waren 3 türkische "Camper" anwesend, eine andere Gruppe hat bereits ihren Transfer erhalten.

Punkte:

Ich habe noch einmal unsere Website: www.bei-margit-und-eva.de vorgestellt Und auf die Kursreihe "Leben in Bayern" vom Kath. Kreisbildungswerk hingewiesen

Ebenso auf die Corona-App

Wir haben über die vielen politischen Flüchtlinge gesprochen, die seit letztem Jahr aus der Türkei gekommen sind. Mehr als 10 000.

Sie sind verunsichert, weil hier so viele Türken sind, die Erdogan verehren und wählen.

Über Berg-Karabach haben wir auch gesprochen. Sie sind entsetzt über die immer größer werdenden Gebietsansprüche Erdogans.

Was bedeutet für sie Transfer? Sie müssen gehen, wohin man sie schickt. Die Camp-Leitung hat darauf keinen Einfluss. Sie sollen am neuen Ort Kontakt zu Caritas oder Diakonie aufnehmen. Wenn sie Arbeit aufnehmen dürfen und auch was finden, müssen sie ca. 300 €/Monat für das Zimmer in der Gemeinschaftsunterkunft bezahlen. Beachten beim Verdienst.

Neuer geplanter Migrationspakt: auch hier bleiben die Dublin-Regeln bestehen. Wichtig für die Menschen aus der Türkei, weil sie meistens über Griechenland einreisen.

Nächster Stadtspaziergang: 18.10. - Marktsonntag - wir treffen uns um 14 Uhr am Rathaus (falls es nicht regnet)

Ich wurde auf die Möglichkeit eines Ehrenamtes angesprochen. Sie gehen nachmittags in die Schule, aber Freitag nicht und so habe ich einem angeboten, doch das Klassenzimmer am Freitag zu betreuen. Er kommt kommenden Dienstag ins Klassenzimmer (nach 16 Uhr) und dann erkläre ich ihm alles.

FRAGE: Wann macht die Küche auf? Die Kinder (und auch die Eltern!) wollen endlich mal was essen, was ihnen  schmeckt. Ich werde jedes Mal danach gefragt. Es ist ein großes
Anliegen. Ich habe da aber keinen Einfluss drauf, das machen andere Ehrenamtler.

02.10.20 - der sehr junge Mann (17) aus Sierra Leone darf jetzt zum Basketball-Training gehen. Heute war er das erste Mal da und richtig glücklich.

05.10.20 -  Einer meiner Schützlinge hat über WISH Ware in China gekauft. Wish ist eine Internet-Plattform, die billigen Mist aus China anbietet. Damit der Zoll nicht zu hoch ausfällt, gibt der Versender gerne an: "Geschenk". Der Zoll in Raubling erkennt das und hält die Ware wegen Falschangaben des Versenders zurück. d.h. der Kunde hier zahlt nicht, weil er ja keine Ware bekommen hat. Nun wird das Inkasso-Unternehmen COEO eingeschaltet. Und jetzt wird es teuer.

Lt. Internet-Auskunft ist COEO mit Vorsicht anzusehen - Erfahrung: aus 8 Euro werden so schnell 80 Euro. Die Ware kann nun in Raubling ausgelöst werden, die mittlerweile hohe Rechnung muss ans Inkasso-Unternehmen bezahlt werden. Ich bin jetzt gerade dabei mit dem Inkasso-Unternehmen klar zu kommen. Aber erst braucht man da eine Vollmacht. Mein Schützling sitzt 70 km entfernt von mir und uns läuft die Zeit davon. Bei COEO war man immerhin so nett und hat mich auf die Vollmacht verwiesen, dann wird man mir mehr erklären und evtl. auch helfen (???) -. Die Aussagen zu WISH habe ich vom Zollamt Raubling erhalten. Zollamt: Bitte nichts über WISH bestellen, nichts aus China bestellen. Es ist allerschlechteste Ware und muss auch hier verzollt werden, Kosten sind also dem Rechnungsbetrag/Warenwert hinzuzurechnen. Alles kann man auch günstig in Deutschland kaufen. Ware ist dann am Zollamt Raubling auszulösen oder es muss eine "nachträgliche Postverzollung" beantragt werden. Also habe ich dann gleich gestern Vollmachten geschrieben und zur Unterschrift an meinen Schützling gesandt.

Am Abend: Treffen der Ehrenamtler mit dem Landrat. ich kenne ihn ja schon lange, er war Schuldirektor als ich noch als Integrationshilfe in der Berufsschule gearbeitet habe.

Es gab ein paar wichtige Tipps für mich. Insgesamt ein guter Abend

06.10.20 -  heute habe ich bereits die Nachricht vom Zoll erhalten, dass die Ware an die Post/DHL zur Rücksendung übergeben wurde. Das habe ich auch gleich dem Inkasso-Unternehmen mitgeteilt, das mich informiert halten wird, wie es weitergeht, nachdem man die Vollmacht erhalten hat. Mal sehen, was ich für den jungen Mann erreichen kann.

Computer-Klassenzimmer: es war nur der sehr junge Mann aus Sierra Leone da. Er freut sich sehr, dass er etwas Privatunterricht bekommt. Mittlerweile sprich er schon sehr gut Deutsch, er versteht fast alles. Beim ersten Basketball-Training hat es ihm auch sehr gut gefallen und sogar schon seinen ersten Korb geworfen. Er hat mich dann noch nach Hause begleitet. Ich hatte ihn gefragt, was er denn für einen Beruf erlernen will? Keine Ahnung, er ist ja schon mit 15 aus seinem Land weg, hat nur 6 Jahre Schule gehabt. Wir sind dann über eine Großbaustelle gegangen und ich habe ihm gezeigt, wieviele Berufe auf so einer Baustelle gebraucht werden. Seine Chance hierzu bleiben liegt in einer Ausbildung. Er ist sehr interessiert viel zu lernen.

08.10.20 - Integrationstalk

Es waren 4 Leute aus der Türkei da - alle politsch verfolgt - so traurig. Da sie aber eine Chance auf Asyl haben, sind sie sehr daran interessiert viel über Deutschland zu erfahren. zu unserem Computer-Sprachkurs können sie ja nicht kommen, da sie nachmittags in die Schule gehen dürfen, was ja super ist. Für ein paar Minuten war auch ein junger Mann aus Barbados da. Er wollte nur sehen, wo das ist, damit er beim nächsten Mal weiß, wo er hin muss. Heute hatte er einen Arzttermin. Mal sehen, ob er beim nächsten Mal kommt.

09.10.20 - Besuch von meinem Treppenträger - er kam seine Schuldenraten zu bezahlen, da kann ich mich immer drauf verlassen. Ich hatte "gesunden" Kuchen gebacken und ihm ein großes Stück mitgegeben. Außerdem habe ich Immunslots angesetzt und auch da hat er einen großes Glas voll bekommen. Waren wieder 2 wirklich interessante Stunden.

Am Abend kam dann die Nachricht, dass er den Kuchen schon aufgegessen hat. Mir ist beim Kuchen immer wichtig, dass wenig KH drin sind, aber dafür viele Proteine und sehr viel gute schwarzer Bio-kakao. Die Hälfte des Mehls war Mandelmehl. Statt 3 Eiern 4

10.10.20 - Heute war  ich wieder mit dem jungen Basketballer verabredet, wir sind zusammen auf den Wochenmarkt, dann ins Café auf eine heiße Schokolade für ihn und dann noch in den Bio-Laden. Quark und grobe Haferflocken für ihn. Obst vom Markt, Kuchen und Immunshot auch für ihn.

13.10.20 - Internetklassenzimmer - wir waren  wieder zu zweit - meinen Langen jungen Mann freuts, weil ich dann nur Zeit für ihn habe. Kekse habe ich ihm auch mitgebracht und er hat sich sehr gefreut, dass ich gar keine Krücken mehr brauche. Er hat mich wie immer nach Hause begleitet.

Mit dem anderen Mann aus Sierra Leone, der jetzt nach Münchsmünster an den Arsch der Welt verlegt wurde, habe ich auch jeden Tag Kontakt.

Wegen seines Verfahrens habe ich mich mit dem Anwalt angelegt, wäre schön, wenn er mal seinen Hintern bewegen könnte. Sie soll ich die Leute zum Abzahlen der Rechnung bewegen, wenn überhaupt keine Unterstützung vom Anwalt kommt

14.10.20 - seit heute ist der Landkreis Mühldorf Corona-Hotspot. Mal sehen, was es für zusätzliche Einschränkungen gibt. Ich gehe ja sowieso nur mit Maske außer Haus. In meinen Kursen trage ich die FFP2-Maske.

15.10.20 - ich habe mit der Integrationsbeauftragten für den Landkreis Pfaffenkirchen telefoniert - sie betreut einmal in der Woche nachmittags auch Münchsmünster. Letzte Woche war sie aber nicht da  - war auf Schulung. Sie war sehr nett, hat mir versprochen, sich um meinen Schützling zu kümmern. Sie wollte am Nachmittag hin, habe aber erfahren, dass sie nicht da war. Es gibt im Landkreis Pfaffenhofen keinen Ehrenamts"verein" mehr. Traurig, traurig.

Am Nachmittag Integrationstalk: es waren 6 Leute da  - hat mich sehr gefreut - aber mit mir waren wir 7 und nach den neuen Auflagen dürfen wir wohl nächste Woche nur noch 5 sein.

Das wäre sehr schade.

Themen:

1.     Noch einmal Erinnerung an unseren Stadtspaziergang morgen zum Automarkt um 14 Uhr - Masken nicht vergessen

2.      Probleme einen Kitaplatz zu bekommen - sie sind halt auch in Waldkraiburg knapp. Man sollte die Kinder 1 Jahr vorher anmelden, was für Leute aus dem Camp ja nicht möglich ist

3.    Anmeldung auch zum 2. Modul zum "Leben in Bayern"? Sie wollen sich erst mal den ersten Teil anhören

4.      Es gab ja wieder Transfers in den letzten Tagen und sie haben von diesen Leuten erfahren, dass diese Unterkünfte unhygienisch, schmutzig, geradezu verwahrlost sind. Die Caritas wird sich um die Leute kümmern.

M.  hat in den 14 Tagen nach seinem Transfer noch niemand zu Gesicht bekommen. Es gibt in Münchsmünster kein Büro oder ähnliches, wie in der Siemensstraße.

5.     Nochmal zu den Masken und Hygienevorschriften nachdem der LK Mühldorf Hotspot ist.

Masken mit Ventil sind nicht ideal, sie schützen nur den Träger selbst. Auch im Treppenhaus im Camp die Maske auflassen. Oberflächen und Türklingen desinfizieren, wie wir es
auch im Klassenzimmer machen.      

6.      Das Essen im Camp war  wieder ein Thema, nur Brot, Wurst und Käse

7.      Sie würden auch gerne ins Klassenzimmer kommen, müssen aber in die Schule, bzw. sie wollen auch in die Schule, würden aber gerne beides machen.

8.      Schwieriges Verhältnis der hier schon lange lebenden Türken zu den Neuankömmlingen. Die "Alten" glauben an Erdogan, sie sind aber vor ihm geflüchtet. Einige Familienmitglieder sitzen im Gefängnis. (eine schon hier geborene Türkin hat mir gesagt, dass das alles Terroristen sind und ich sollte aufpassen. Sie wollen nur ihre Millionen hier in Sicherheit bringen - im Camp? Wahnsinn)

16.10.20 - habe die Dame noch mal angeschrieben, aber noch keine Antwort

18.10.2020 - Besuch des Automarktes am Nachmittag mit einer Gruppe türkischer Asylsuchender und meinem ellenlangen jungen Mann aus Sierra Leone. Erst hat es etwas geregnet, aber dann kam doch die Sonne raus. Leider war nicht viel geboten. Wahnsinnig viele SUVs und Unverständnis bei meiner Gruppe, als ich meinte, solche Autos braucht am nicht.

Es stand ein schöner roter Alfa Romeo-Flitzer da. Das wäre meiner gewesen. Völliges Unverständnis bei meiner Truppe. Der Mercedes um ca. 150.000 Euro wäre noch ein "normales" Auto gewesen, dass ihnen gefallen hätte. Nach 2 Stunden war ich wieder zuhause.

20.10.2020 - Computerklassenzimmer - wie scho seit langer Zeit war nur der "Tower". Er würde ja gerne öfter kommen, hat aber an den anderen Tagen nachmittags Unterricht

Er bringt mich ja danach immer nach Hause und als wir am Eingang vom Camp vorbei kamen, waren ein Sozialarbeiter und einige Sicherheitsleute vor der Tür und waren auch von dem jungen Mann begeistert, mit welchem Eifer er Deutsch lernt. Er hat gestrahlt über diese Komplimente.

21.10.2020 - Treffen mit meinen Kollegen  - was können wir machen, damit wir wieder mehr Teilnehmer bekommen. Eine Kollegin hatte schon am Montag mit dem Megafone vor dem Eingang zum Camp versucht, die Leute anzusprechen. Jetzt wollen wir die Camp-Leiterin bitten, ob wir zu den Mahlzeiten, wenn viele beisammen sitzen - auch die Leute ansprechen dürfen. Mit der Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft wollen wir auch sprechen, ob man uns dort einen Raum zur Verfügung stellen kann. Es ist natürlich schwierig die Leute zu begeistern, wenn mehr als 90 % wissen, dass sie in Deutschland keine Zukunft haben. Aber jede Sprache, die sie lernen, kann irgendwann einmal hilfreich sein. Aber das müssen wir erst mal erklären dürfen - also müssen wir irgendwie an sie rankommen. Ich spreche schon immer alles was "bunt" ist, auf der Straße an.

22.10.20 - Integrationstalk

6 x Türkei und 1 x Barbados (dieser junge Mann spricht schon recht gut Deutsch und wird in Zukunft auch dienstags ins Klassenzimmer kommen,  an den anderen Tagen geht es bei ihm nicht. Er möchte dann zusammen mit M.B. nur Deutsch mit mir sprechen. Ohne PC)

Themen:

1.  Leben in Bayern - da sind jetzt 6 angemeldet, evtl. geht die junge Frau, die dieses Mal neu da war, auch mit. 2 hat meine Kollegin geschickt, die mich auch zu diesem Ehrenamt gebracht hat. Ich bin ja Eva2, sie ist Eva1)

2.     Noch mal über den Autosonntag gesprochen. Sie haben sich dafür bedankt, dass ich mit ihnen dahin gegangen bin und so einiges erklärt habe. Leider war ja nicht viel geboten, wir sind danach noch zusammen durch die Stadt gegangen. Allzu weit geht es bei mir ja noch nicht. Für November ist aber ein Stadtspaziergang geplant - ich nehme mir Wanderstöcke mit

3.  Ich habe sie eindringlich gebeten, für das Klassenzimmer und den Integrationstalk Werbung zu machen

4.   Wie wir auch besprochen hatten am Mittwoch, sind Sprachen immer wichtig, egal was kommt und wo sie sein werden.

5.     Bei dem Treffen in Mühldorf haben wir einen Ratgeber für Flüchtlinge bekommen, da waren interessante Adressen genannt, die habe ich weiter gegeben.

6.     Dann haben wir noch mal über "Kalifornien" (Camp) gesprochen. Sie wollen alle nicht weg, mittlerweile hat sich bei den Bewohnern rum gesprochen, dass ein Transfer nicht mit einer Verbesserung der Wohnbedingungen verbunden ist. Und sie  waren ja alle schon vorher in einer Erstaufnahme und haben den Unterschied kennengelernt.

7.     Sie haben mich nach einem Anwalt gefragt. Ich habe ihnen die Adresse vom Anwalt in Ampfing gegeben, aber auch darauf hingewiesen, dass ihnen ArrivalAid Adressen vermitteln kann.

8.     Und wie immer war Corona ein Thema. Es ist sind 2 Krankenschwestern dabei, die sehr verängstigt sind, sie fühlen sich nicht ausreichend geschützt. Ich habe sie auf die FFP2-Masken verwiesen. An alle Regeln halten sie sich. Sie geben diese auch aus eigenem Interesse weiter

23.10.2020 - Anfrage meines "Enkels", ob er meine handy-Tel-Nr. weitergegeben darf. Habe ich aber nicht gleich gesehen und so hatte er die Nummer schon weitergegeben. Anschiß: so geht es nicht, dann muss er eben warten bis ich mich melde, auch wenn es mal ein paar Stunden dauert. "Oma, Entschuldigung".

Ein ehemaliger Sprachschüler aus Sierra Leone wollte mich sprechen. Er wohnt schon dezentral - hat eine eigene Wohnung - und hat einen guten Arbeitsplatz im Nachbarort. Spricht sehr gut Deutsch.

Was ist das Problem? Er hat Post vom Jugendamt bekommen - es geht um eine Vaterschaftsanerkennung.

24.10.20 - Wir haben uns im Café getroffen. Was sagen wir immer? "Wenn der Sch... steht, ist der Verstand im Arsch. So auch hier. Er ist nicht mehr sooo jung. Wird schon 30. Hübscher gut gebauter Kerl. In der Gemeinschaftsunterkunft, in der er vorher gewohnt hatte, wohnen ja auch Frauen. Ich kenne die Frau, sie hat schon 2 kleine Kinder ohne Mann. Und zuhause in Afrika hat sie auch 2 Kinder. Warum er sich darauf eingelassen hat - sie noch nicht mal schön, dafür dumm, jedoch sehr raffiniert. Sie bekommt hier Geld für die beiden Kinder und jetzt wurde das wohl knapp und da musste noch ein drittes her. B. sagte mir, er wollte das gar nicht. Jetzt hat sie im Sommer entbunden und ihm gesagt, er muss nur zahlen,  um das Kind braucht er sich nicht zu kümmern. Im KH hat sie seinen Namen angegeben. Frage: Bis du sicher, dass du der Vater bist? Antwort: nein

Wenn er der Vater ist, will er auch dafür bezahlen, aber er will dann auch Mitsprache Recht haben und das Kind auch sehen - bisher hat die Mutter das nicht erlaubt.

Ich mache jetzt nächste Woche einen Termin mit dem Jugendamt aus. Er soll auf einem Vaterschaftstest bestehen. Wenn sich herausstellt, dass er der Vater ist, muss er natürlich bezahlen. Das ist ihm klar, macht er auch. Aber er will sein Kind dann auch sehen und sich darum kümmern.

Mal sehen, was ich nächste Woche erreiche.

Bisher habe ich ja immer Hosentaschenaschenbecher verteilt. Werde umstellen auf Condome - wer spendet mir welche?

Jetzt muss ich noch mal ein paar Tage zurückgehen zum Mittwoch:

so gegen 17 Uhr fragte mich mein treppentragender Ugandaer H. was ich gerade mache. Meine Übungen. Sonst nichts. Ein paar Minuten später klingelt es: ....... peters (das ist der Name des Camps, bzw. des Besitzers von dem die Bayer. Staatsregierung die Gebäude bemietet hat). Ich habe auf jeden Fall aufgemacht und überlegt, wer es wohl sein könnte. Was für eine Überraschung, es war ein Ugandaer mit Deutscher Freundin (mit türkisch-polnischen Wurzeln), der vor 2 Jahren hier in Waldkraiburg war und auch mit dem ganzen Pulk verlegt wurde.

Ich habe ihn danach nicht mehr gesehen und nun stand er auf einmal vor der Tür. Was für eine Freude. Er wollte mich unbedingt wieder sehen und mich seiner Freundin verstellen.

Kurz darauf stand auch H. vor der Tür und wir sind dann zusammen Abendessen gegangen. Essen war beschissen, aber hat dem tollen Abend keinen Abbruch getan. Sie hatten mich eingeladen. Vor 2 Jahren hatte ich ihm ein Bewerbungsschreiben gemacht und den Job hat er auch bekommen. Inzwischen hat gewechselt und macht Nachdienst im Hotel.

Ratet mal was sein ursprüngliches Beruf ist? Arzt. Was für eine Verschwendung an Potential

27.10.20 - Internetklassenzimmer

was für eine Überraschung - es war sogar ein dritter Teilnehmer da und 2 Afghanische Schüler. Der 3. Mann kommt auch aus Afghanistan, ist mit Frau und 2 Kindern da. Er wurde mit dem Flugzeug von Griechenland nach Deutschland gebracht. Hat mich sehr gefreut, dass das doch hin und wieder zu funktionieren scheint. Noch kann er kein Deutsch und auch Englisch nur ein paar Wörter. Mit meinem jungen Mann aus Sierra Leone und dem Mann von Barbados habe ich mündlichen Deutschunt erricht gemacht. Sie wollen nicht den Computer-Deutschunterricht machen. der Mann aus Barbados spricht schon sehr gut Deutsch.

29.10.20 - Integrationstalk

dieses Mal waren nicht so viele da. Sie mussten in den Unterricht im Camp. Haben sich aber entschuldigt, sie wären gerne gekommen.

Die Leute, die am Dienstag bei der Caritas "Leben in Bayern" waren, sind sehr enttäuscht. Sie haben nichts über Bayern erfahren. Da gibt der Integrationstalk mehr her. Die Leiterin spricht nur Deutsch und Italienisch. Das nutzt ihnen nichts. Sie mussten ihre Hände malen und die Bewegung nachmachen, wie man ein Baby in den Armen wiegt. ??????

Desweiteren:

Bitte an Safen Sex denken. Vom Kindergeld alleine kann man seine Kinder nicht gut aufziehen und schon gar nicht eine gute Schulbildung bieten.

Dann habe ich ihnen die Adresse von Fach-RA für Migrationsrecht Haubner in Passau gegeben. Ein erstes Info-Gespräch ist bei ihr immer kostenlos (ab Dezember wieder). Allerdings ist die Fahrt nach Passau nicht günstig. Sie sollen zu 5. ein Gruppenticket kaufen.

Über die Gendersternchen haben wir gesprochen, z.B. Ehrenamtler*innen. So wird im Fernsehen mittlerweile auch gesprochen, also mit einer kurzen Pause statt dem Sternchen. Sie haben mich angesehen, als käme ich von einem anderen Stern. (Ich halte sowieso nichts davon - habe ich aber nicht gesagt- wenn mein Selbstwertgefühl ein Sternchen und "innen" braucht, ist es damit nicht weiter her. )

Was sagen wir alles für Toilette? Sie haben schon gemerkt, dass es da viele Möglichkeiten gibt. In Bayern gibt es auch immer noch das Wort Pissoir - Überbleibsel von den Napoleonischen Besatzungszeiten

Brutto-Netto-Gehalt habe ich erklärt. Sie waren entsetzt zu sehen, was vom Bruttogehalt abgeht. "Aber Miete ist dann schon bezahlt"? Nein, das kommt auch noch plus der Nebenkosten. Und wie sich das Gehalt auf die spätere Rente auswirkt haben wir auch besprochen. Sie sind alle schon etwas älter. 45 Jahre schaffen  sie nicht mehr. Es sind einige schon über 40
Jahre alt.

Corona - natürlich wieder ein Thema - gerade im Hinblick auf  die Änderungen im November.

Falls ich nichts gegenteiliges schreibe, bleibt es nächste Woche beim Klassenzimmer und auch beim Integrationstalk. Das freut sie.

Dass sie mit Mantel kommen und den auch anlassen wegen des geöffneten Fensters akzeptieren sie gerne.

Als  ich dann nach Hause gegangen bin und am Eingang zum Ankerzentrum vorbei kam, sprach mich ein junger Sicherheitsmann an. Hallo Frau Eva. Es war Z. (Syrien), ein Schüler aus der Berufsintegrationsschule - habe ihn schon seit 2 Jahren nicht mehr gesehen, er hat mich trotz FFP2-Maske und Mütze erkannt. Ihn musste ich erst mal bitten, seine Kappe und die Maske abzunehmen. Bei seiner Familie war ich mal zum Essen einladen. Mein erstes Essen auf dem Fußboden.

Wir haben uns beide sehr gefreut uns wiederzusehen. Das könnte jetzt noch öfters sein. Freue mich schon

01.11.2020  habe soeben von M.S. - der Mann aus Sierra Leone, der uns hier im Internetklassenzimmer unterstützt hat, den ich auch sehr schätze - erfahren, dass in seiner Gemeinschaftsunterkunft in Münchsmünster ein Coronafall ist. Jetzt werden alle getestet. Ich hoffe sehr, dass er sich nicht infiziert hat. Und den anderen wünsche ich d as natürlich auch. Dem jungen Mann, der jetzt im Krankenhaus liegt, gute und vollständige Genesung

02.11.2020 nachricht aus der Gemeinschaftsunterkunft Münchsmünster: sie sind jetzt alle in Quarantäne, aber es hat sich noch niemand blicken lassen, der ihnen erklärt, wie es weitergeht.

Dann haben wir im Sprachpatenkreis überlegt, ob wir das Klassenzimmer und den Integrationstalk im November anbieten. Zur selben Zeit wurde uns das Gebäude abgesperrt, in dem unsere Kurse stattfinden. Von der Caritas/Bayr. Regierung habe ich erfahren, dass Erwachsenenbildung weiterhin angeboten werden darf. Also machen wir diese Woche Ferien, wie in ganz Bayern und versuchen, dass wir nächsten Montag wieder aufmachen dürfen.

03.11.20 Diese Woche habe ich dann 1:1 Deutschunterricht bei mir zuhause gemacht. Eigentlich bisher nur gestern, evtl. kommt morgen noch mal jemand. Ist nicht so leicht mit Maske. Und vor allen Dingen die offene Balkontür. Bin mal gespannt, welche Auswirkungen das auf meine Heizungsrechnung hat.

Dann habe ich aus Münchsmünster einen Hilfeschrei erhalten - bisher war noch niemand da, es gab weder Geld noch Essen. Sie dürfen das Gebäude nicht verlassen (Sicherheit passt auf) und können daher nic´hts zum Essen kaufen, auch wenn sie Geld hätten. Mit Geld könnten sie die Sicherheitsleute bitten, etwas zu besorgen. Ich habe mich dann durchgefragt und letztenendes bei der Caritas in Pfaffenhofen gelandet. Sehr lieb und hilfsbereits (es gibt in dem Landkreis keine Ehrenamtler). Heute habe ich einen Rückruf erhalten, die Caritas hat das Landratsamt eingeschaltet. Man wird sich der Sache annehmen. Es sind seit dem "Wegsperren" immerhin 5 Tage vergangen, in denen sich niemand um die Leute gekümmert hat.

Ob sich jemand dafür schämt???

Mittlerweile habe ich für M.S. auch das endgültige Gerichtsurteil erhalten. Ein weiterer Einspruch ist nicht mehr möglich, auch dass in psychiatrischer Behandlung war (hier in Waldkraiburg, in Münchsmünster gibt es niemand), interessiert nicht. Auch dass in seinem Heimatland Sierra Leone Corona ausgebrochen ist, interessiert nicht. Jetzt muss ich ihm auch das noch zu senden. Mir ist schon ganz schlecht. Er hätte nur eine Chance gehabt, wenn er einen Ausbildungsplatz gefunden hätte. Dafür braucht er aber Deutschkenntnisse, als Nicht-anerkannter Flüchtling hat er aber keinen Anspruch auf Schule, wenn er älter als 24 Jahre ist -(ist schon 44 Jahre alt). Ohne Schule keine guten Deutschkenntnisse. So lange er in Waldkraiburg war, ist er 2 x pro Woche ab Mitte September zu mich gekommen. Jetzt in Münchsmünster gibt es überhaupt keinen Unterricht. Ois Scheiße

Ganz junger Mann aus Sierra Leone (war gestern bei mir zum 1:1 Unterricht. Er hatte im Juni endlich seine Originalgeburtsurkunde bekommen - wurde aus Sierra Leone direkt  an mich gesandt, sicher ist sicher - und er hat sie dann persönlich nach München zur Bayer. Regierung gebracht. Jetzt hatte ich am Montag mal nachgefragt, wann er dann endlich seinen Ausweis entsprechend geändert bekommt. Das kann noch dauern, weil das BAMF erst mal prüfen muss, ob es wirklich eine Originalurkunde ist. Darf doch nicht wahr sein, da hatten sie jetzt schon 5 Monate Zeit. Ich dachte Corona geht auf die Lunge und nicht auf den Arbeitseinsatz. Mannomannomann. Nächstes Jahr im April wird er 18. Dann können sie sich das alles sparen. Als Minderjähriger hätte man ihn in einer Unterkunft für unbegleitete Minderjährige unterbringen müssen und ihm auch eine andere Schulbildung geben müssen.

Wieder mal ein Verhalten für das man sich nur schämen kann

Hurra - gerade kam die Nachricht, dass die Leute in der Gu in Münchsmünster ihr Geld bekommen haben, die Sicherheitsleute können jetzt für sie Lebensmittel einkaufen.

ein herzliches Danke schön an die Caritas in Pfaffenhofen, die das hier erreicht hat.

06.11.2020

Gestern sollten die Leute in Quarantäne in Münchsmünster die Testergebnisse mitgeteilt bekommen, war aber niemand da. Ohne negatives Ergebnis bleiben sie weggesperrt.

Dann nochmal zum Vaterschaftstest.  Alles nicht so einfach. Die Mutter will den "möglichen" Vater nicht sprechen, wie bekommen wir dann Proben (irgendwas?). Bis 20.11. muss das Ergebnis vorliegen. Jetzt hat mir die Caritas wieder mal mit einer verläßlichen Adresse für einen Gentest geholfen. Habe ich gerade angeschrieben und um Details gebeten.

Einem Vaterschaftstest hatte die Mutter aber zugestimmt. Und jetzt blockt sie. Sehr komisch. Der mögliche Vater würde das Kind auch gerne mal sehen, das lässt die Mutter aber nicht zu.

(es könnte wohl auch ein Weißer der Vater sein, das würde man dann wohl sehen) . Mein Leben bleibt spannend.

12.11. Integrationstalk

5 waren da und für 10 Minuten hat noch Salwa vorbeigeschaut. Von den 10 türkischen TN waren nur 2 da, alle anderen hatten Termine. Zusammensetzung:
2 Leute aus der Türkei, einer aus Barbados, einer aus Palästina, eine Frau aus dem Jemen (und Salwa auch aus dem Jemen)

Es ist eine sportliche Angelegenheit - sie kommen batzerlweise und so renne ich hin und her. Es ist aber nicht ihre Schuld, es gibt so viele Termine.

Themen:

1.     Corona - die Vorgaben der Regierung empfinden sie als sehr gut, allerdings fühlen sie sich hier im Camp nicht so sicher - zu viele Leute auf einem Fleck und viele, die im Haus die Maske nicht tragen. Beim Essen fühlen sie sich auch nicht genug geschützt. Ich habe sie auf das richtige Tragen der Masken hingewiesen

Mohamed hatte wohl einige informiert, was in Münchsmünster abgegangen ist, das hat sie verängstigt.

2.     Austausch zwischen den Sozialarbeitern und dem BAMF nicht immer optimal, sie müssen es dann ausbaden

3.     Termine einhalten, z.B. bei der Caritas nicht abzusagen, wenn man an dem Kurs nicht mehr teilnehmen will. Es scheint ihnen nicht zu gefallen. Es ist ihnen zu wenig Information über Bayern. Da bekommen sie bei mir mehr.

4.     Freiwillige Rückkehr - bitte bei der Caritas in Mühldorf nachfragen, nicht bei der Regierung, die das auch anbietet, aber mit geringerer finanzieller Unterstützung. Man kann sich ohne jede Verpflichtung informieren, es bleibt alles bei der Caritas - da wird nichts weiter gegeben

5.      Grundgesetz - alle Menschen sind gleich ......

6.     Terroranschläge in Europa

7.     Bemühen der Regierung die Imame, die von Erdogan (DITIP) geschickt werden, durch in Deutschland ausgebildete Imame zu ersetzen oder wenigstens zu ergänzen. Das wäre allen sehr recht. Besonders den Türken, die vor Erdogan geflüchtet sind. Sie fühlen sich hier in einer Moschee nicht sicher.

8.      Und wie immer, was ist nach einem Transfer. Am liebsten hätten sie eine eigene Wohnung (keine Räuberhöhle) oder dann doch lieber im Camp bleiben

Wir haben nun ein großes Problem, die Kollegin, die immer montags da war, will nicht mehr kommen, weil sie schon mehrmals umsonst gekommen war. Ich habe lang und breit erklärt, welche Schwierigkeiten die Camp-Bewohner haben, dann hatten wir mal auf und mal zu. Es war keine Konstanz. Letzte Woche waren Ferien und am Montag war immer noch das Schild dran, dass geschlossen ist. Da muss sie sich nicht wundern, ich habe es dann am Dienstag abgemacht, sie hätte das Schild abmachen müssen.. Aber es gibt halt dann Nachwirkungen.

Ich schreibe halt immer einige an, um sie daran zu erinnern. Nur 2 konnten halt nicht kommen, die anderen wussten nichts. Und dann wird auch Unterricht von der Bayerischen Regierung angeboten und da wollen sie auf keinen Fall fehlen, damit ihnen das nicht zum Nachteil gereicht. Das müssen wir akzeptieren - ich verstehe meine Kollegen nicht.

Dann wurde in dieser Woche auch die Winterkleidung ausgegeben und auch der medizinische Dienst war auch da.

Jetzt brauche wir für montags jemand und für den Freitag, der, seit dem MS nicht mehr da ist und uns unterstützt, nicht betreut ist und daher ausfällt.

Ich habe jetzt einen Schüler aus Barbados gefragt, ob er Lust hat uns zu unterstützen: Er schaut sich das an, also mache ich diesen Montag und zeige ihm alles. Auch wo er die Schlüssel bekommen kann. Und freitags macht er es vielleicht auch. Die erste Zeit werde ich hingehen. Das heißt für mich ich arbeite jetzt an 5 Nachmittagen in der Woche. Ich bin ja auch die Älteste, die anderen sind 15 Jahre jünger. Die 2. Kollegin muss allerdings 25 km fahren, da verstehe ich schon, dass sie nur 1 x pro Woche kommen will. Ist so wieso toll, dass sie nach Waldkraiburg fährt, sonst könnte der Arbeitskreisasyl seine Arbeit einstellen.

Immerhin haben wir nach 2 Jahren ständigen Nachbohrens es geschafft, dass die Gemeinschaftsunterkunft WLAN bekommt. Der Landrat hat uns geholfen. Er war ja der Direktor der Schule, an der ich 2 Jahre als Integrationshelferin gearbeitet hatte. Er ist diesen Menschen gegegenüber sehr positiv eingestellt, sein Vorgänger auch.

Heute habe ich erfahren, dass auch S.K. in Poing in Quarantäne ist, in ihrer Container-Anlage ist auch Corona ausgebrochen.

Vaterschaftsnachweis: Der junge Mann hat die Frau gefragt, ob sie einem Vaterschaftsnachweis zustimmt und sie hat sofort "ja" gesagt. Nun geht er davon aus, dass er der Vater ist und erkennt die Vaterschaft an. Er will dann aber das Kind endlich sehen (Im August geboren), bisher hat die Mutter das nicht gestattet, und er möchte auch Erzíehungsberechtigter sein.

Hat er mit meiner Hilfe ans Jugendamt geschrieben und nun wartet er auf Antwort.

FFP2-Masken, Deutsche Produktion, DEKRA-Prüfnummer: Heute habe ich bei einer Firma in Unna 120 Masken bestellt. Leider muss ich sie selbst bezahlen, ich werde hier vom AK asyl nicht unterstützt, weil man die Maskenpflicht nicht ernst nimmt. Ich bin hier leider Außenseiter. Ich habe auch gefragt, wie man die Masken aufbereiten kann: gar nicht, es sind 1 x Masken. Was da in Apotheken und manchmal auch im Internet erzählt wird, ist nicht richtig, beim Erhitzen im Backrohr geht das Innenflies gekaputt und die Wirkung ist dahin.

Neu haben diese Masken eine 90 %ige Sicherheit, sie schützen nicht nur die anderen, sondern auch mich. Das ist mir bei meinen Kursen mit den Leuten aus dem Ankerzentrum sehr wichtig.

15.11.20 - wir sind ja nur 3, die die Sprachkurse  betreuen, jetzt spielt auch noch eine Beleidigte Leberwurst, weil sie 2 mal ohne Schüler da war. Also sind wir nur noch 2.

Die andere muss 20 km fahren und kann nur einmal pro Woche kommen, sie ist auch noch selbständig berufstätig- trotzdem hatte ich gehofft, dass sie wenigstens 1 oder 2 x im Monat einspringt. Nein, weil sie auch nicht.

Also mache ich jetzt 4 Tage in der Woche. Bin aber gerade dabei einen Mann aus Barbados anzulernen. Morgen machen wir es gemeinsam, Dienstag auch und dann wird er versuchen, den Freitag alleine zu meistern. Diese Woche werde ich aber noch dabei sein und dann sehenn wir weiter: Man muss ja immer damit rechnen, dass er seinen Transfer bekommt, dann geht die Sucherei wieder von vorne los. Sie haben ja auch die Verantwortung für das Hygienekonzept und auch über 30 Laptops. Ich bin sauer, stinksauer

16.11.2020 - Internetklassenzimmer Hurra, es waren 4 Teilnehmer da. War schon eine innere Befriedigung für mich. Barbados, Türkei, Palästina und Ägypten

17.11.2020 - Internetklassenzimmer - 3 Leute

Der  Mann aus Palästina hatte wunderschöne Masken genäht. Edel zum Abend, für Männer mit Nadelstreifen und Seidenfutter. Soll ich verteilen. Er ist froh, dass er im Ankerzentrum eine Aufgabe hat, Immerhin hatten sich einige wegen anderer Termine entschuldigt

18.11.2020 - Die Kollegin, die mittwochs da ist, hat an die Gruppe geschrieben, dass jemand das Fenster aufgelassen hatte. Scheinheilig, sie weiß genau, dass das nur ich gewesen sein kann. Das hätte sie mir auch direkt schreiben können.

19.11.2020 - Integrationstalk

Es waren 5 da. Der  Palästinenser hatte sich wegen Bauchschmerzen entschuldigt. Wir haben jetzt eine Klingel, so dass es nicht  mehr so schlimm ist, wenn sie nicht ganz pünktlich da sind. Ich habe dann bei den Anwesenheitslisten gesehen, dass am Tag zu vor niemand bei meiner Kollegin war, daher wohl der Frust über das offene Fenster

Themen:

Code of Conduct (Living together in a group and how to make a good impression). Wichtig falls sie nach einem Transfer sich das Zimmer und die Gemeinschaftseinrichtungen mit vielen Leuten teilen müssen.

Hier auch noch mal meine Bitte doch die Mütze abzunehmen, wenn sie einen Raum betreten, gerade bei Behörden und auf die Kleidung achten. Muss bei Behörden kein Jogginganzug sein. Aber auch wie sie hier die Tage gestalten sollten. Der Tag ist zum Lernen da, die Nacht zum Schlafen. Und vieles mehr.

Wie immer Corona: Ich habe 7 leichte Erkrankungsformen vorgestellt, kommen vor, sind aber nicht gefährlich.

Sie müssen sich zu zweit eine Dusche teilen - bitte immer gut lüften und dann erst der 2. in die Dusche. Oder einer morgens, einer abends duschen. (wichtig auch nach einem Transfer, in Schrobenhausen müssen sich bis zu 20 Leuten eine Dusche teilen.)

Wie immer unser Grundgesetz angesprochen. Es steht über der Scharia und Koran, über der Bibel und über der Thora, generell über allen Religionen. Jeder ist aber frei seine Religion zu leben, so lange sie nicht unser Grundgesetz verletzt. Das immer wieder schwierig. Wenn man jahrelang gehört hat, dass der Koran über allem steht, ist das doch befremdlich.

Ich habe einen Zeitungsartikel vom gleichen Tag angesprochen: Seit Corona ist das Thema Flüchtlinge/Ausländer nicht mehr so wichtig. Hat doch alles seine guten Seiten.

Wieder auf unseren Ratgeber verwiesen. Eine Jemenitin hat einen Juchzerer los gelassen, als sie die arabische Übersetzung entdeckt hat. Sie muss auch das Camp verlassen und sich eine Wohnung suchen. Sie ist sehr ängstlich,  möchte nur an einem ganz sicheren Ort  leben. (Wer weiß, was sie erlebt hat)

20.11.2020 - Internetklassenzimmer

Heute hat schon unser neuer Mann für Freitag alles organisiert, ich habe ihm nur über die Schulter geschaut und ich war natürlich fürs "Deutsche" zuständig. Immerhin 7 Leute. Der Palästinser hat für ich persönlich Masken genäht. Eine zum Wenden. Eine Seite Weihnachtsmotive, andere Seite Blümchen. Für eine Jemenitin habe ich am Donnerstag die Caritas wegen einer Wohnung angeschrieben, aber noch keine Antwort. Mal sehen, ob am Montag was da ist. Sie sucht eine sichere Wohnnung. Sie muss wohl schlimmes erlebt haben. Sie ist sehr ängstlich und extrem dünn. Sie  hat eine gute Schulausbildung und ihren Master in Englisch

22.11.2020 habe am Nachmittag mit dem "jungen" Vater das weitere Vorgehen besprochen. Fragebogen ausgefüllt und Unterlagen gesichtet.

23.11.2020 für den jungen Vater einen Termin beim Jugendabend für die Vaterschaftsanerkennung vereinbart und ihn entsprechend informiert.

Außerdem mit der Integrationsbeauftragten im Landkreis Pfaffenhofen gesprochen. Sie ist sehr aufgeschlossen, am Donnerstag kann MS zu ihr kommen und dann werden alle Probleme besprochen. Große Hoffnungen konnte sie mir allerdings nicht machen. Mir ist wichtig, dass er sich nicht so alleine fühlt. Hat dieser Mann nicht verdient.

23.11.2020 - Internetklassenzimmer - es waren 5 Leute da. . 1 x Peru, 1- Barbados, 1 Palästina, 1 Ägypten, 1 Afghanistan,

Wir haben dann über die Papiere des Palästinensers gesprochen. Er ist in Deutschland staatenlos, weil wir ja nur Israel als Staat anerkennen. In anderen Europäischen Ländern ist seine Nationalität Palästina. Warum wir das nicht auch machen? Wir haben eine besondere Verantwortung dem jüdischen Volk gegenüber. Wir sind aber dafür, dass auch die Palästinser einen eigenen Staat bekommen, was mit der  Hamas allerdings auch nicht leicht ist. Wo unsere Verantwortung liegt? wir haben in der Nazizeit 6 Millionen Juden umgebracht, viele waren Deutsche Juden. Anmerkung meines Schützlings: was sind schon 6 Millionen Juden, wenn im 2. Weltkrieg 60 Millionen starben. Da hat es mir doch die Schuhe ausgezogen.

"JEDES LEBEN ZÄHLT"!!!!!!!

24.11.2020 - alles wieder zu - es gibt einen bestätigen Corona-Fall im Ankerzentrum. Jetzt habe ich 120 FFP2 Masken, aber keine Kurse. Hoffentlich infizieren sich nicht noch mehr Leute

Heute Nachricht von der Caritas, dass sie bei der Wohnungssuche kaum behilflich sein kann. Und jetzt mit dem Corona-Fall darf die junge Frau ja sowieso nicht aus dem Camp raus.