Ehrenamt-Tagebuch Teil 20

Hier die Bericht dreier Schützlinge aus 3 verschiedenen Herkunftsländern. Alle 3 wunderbare Menschen

Das ist die E-Mail von Luae, Jemen - 18 Jáhre alt. Er hat immer für mich vom Englischen ins Arabische übersetzt:

"Schreibe ich heute einen Text über Frau Eva Schnitker. Wenn wir nach Deutschland gekommen wir kannten die Gesetze nicht und was richtig und was falsch war.

Aber Sie hat uns die wichtigen Gesetze gelehrt und wie mischen wir uns mit der Community. Wir haben etwas von der deutschen Sprache von ihr gelernt,
aber wir haben früher Englisch gesprochen, weil wir neu in Deutschland sind und ich der Übersetzer war. Wir gingen viele Spaziergänge zusammen und  wir in ein
altes Museum gingen, war es wirklich cool. Die hat uns geholfen und beraten. Sie ist eine wirklich gute Frau und wir lieben Sie sehr."


Bericht von Henry/Uganda:

"Ich habe Frau Schnitker im  Mai 2017 kennengelernt, bei Ihre ehrenamtlich Sprachkurs als  Sprachpatin für den Arbeitskreis  Asyl, Waldkraiburg. Diese war damals in der
Bücherei und manchmal bei einer Kaffeerunde mit anderen stattgefunden. Sie ist sehr aufgeschlossenen, hilfsbereit und sehr nett und hat uns sehr viel geholfen nicht nur mit Sprachkurs sondern auch mit den Beratungen durch Asylverfahren, Verbindungen mit Rechtsanwalt nach Bedarf, verschiedenen vernünftigen allgemeinen Informationen damit wir sehr gut in Deutschland integrieren  können...... etc

Beispiel. Da die Kurse des Arbeitskreises Asyl ein Niveau von max. A2 anstreben. Frau Eva hat mich dann an Ihren  Kollegen weitergeleitet, damit ich meine Sprachkenntnisse bis Niveau B2 verbessern kann. Außerdem kümmert sie sich uns wie unsere  Mutter und hat immer Kontakt mit uns gehalten. Sie ist einfach sehr lieb und nett "


Anmerkung von Eva: wir Duzen uns vom ersten Tag an. Aber man merkt, dass er jetzt eine Ausbildung macht - die Form muss gewahrt werden. Ohne ihn wäre ich ja nach dem Beinbruch nicht in meine Wohnung zurückgekommen. Er hat die 63 kg nach oben geschleppt und auch mal wieder runter. Wir sind wirklich Freunde geworden. Er ist immer für mich da.


So und hier liefen mir dann die Tränen runter:

"I DONT NEED AN ANGEL BECAUSE I FOUND ONE ALREADY

If I decide to pen down the story of my life and experiences it would be a book.

I will only tell you how my meeting with Eva gave me hope and direction when I was confused about what life truly has to offer!

Humans like Eva exist but I am sure they are hard to find due to the selfless behavior and big heart they posses!

She is patient with you regardless of your background or race, offer you advices and never force you to take them. Most importantly she believes in your future and always support in all possible ways.

It amazes me how she involve and engage people without a motive to make any profit! But with the time I spent with her I found out she is just a humanitarian that still believes everyone deserves a better tomorrow! My friendship with Eva stopped me from looking up in the sky to see if Angels are up there! She is one in the human body!

Femi

Femi ist mein bester und engster Freund geworden. (Er nennt uns "inseparable friends). Er hatte ja Deutschland freiwillig wieder verlassen und ist in seine Heimat zurück. Er kam ja nach Europa weil er politisch verfolgt und gefoltert wurde. Leider ist er seinen Peinigern wieder in die Hände gefallen und hat über Nacht sein Land wieder verlassen müssen. Nach Deutschland durfte er nicht zurück, weil zwischen freiwilliger Ausreise und wieder Einreise min. 2 Jahre liegen müssen

21.09.2020

was war inzwischen. Viel Schreiberei, zum Teil unnötig,weil einer meiner Schützlinge mehrere Leute mit ein und der selben Sache befasst hatte und zum Teil wider besseren Rat (Sozialarbeiter) gehandelt hat. Ein anderer Sozialarbeiter hat für ihn einen unnötigen Brief ans Gericht geschrieben und vergessen eine Kopie zu machen. Es ist zum Haare raufen.

Am 15.09. hatte ich einen der Sierra Leoner gebeten, mich beim Einkaufen zu begleiten. Wir haben zusammen meine Überweisungen beim Arzt abgeholt, waren im 1-Euro-Shop, im Café und im Bioladen. Überall ist man ihm freundlich begegnet.

Samstag, 19.09. auf dem Wochenmarkt. Ich hatte ja über whatsapp und E-Mail viele positive Nachrichten aufgrund des Artikels in der Zeitung bekommen. Artikel zum Lesen:

OVB Waldkraiburg - bitte googeln

Aber auf dem Wochenmarkt wurde ich dann ausgerechnet von der Freundin meiner Schwester schwer angegangen. Wie man sich nur um diese Menschen kümmern kann und dann auch noch sagen, dass man alle aus Lesbos holen sollte. Als ich ihr dann gesagt habe, dass ich eigentlich nicht nur Lesbos meinte, sondern die Schutzsuchenden auf allen Mittelmeerinseln ist sie fast ausgerastet. Aber sowohl meine Schwester als auch ihr Mann standen nur hilflos daneben. Zum Glück bin ich ja nicht auf den Mund gefallen.

Für gestern 20.09. hatte ich meinen schwarzen Enkel eingeladen und dazu noch die beiden Sierra Leoner aus dem Camp. Da können sie sich gut austauschen - dachte ich. Leider hat mein "Enkel" abgesagt. Er muss ja 20 km hin und wieder zurück radeln. War ihm zu viel. Er fühlte sich nicht gut und wollte sich ausruhen. Heute muss er in die Berufsschule und abends in die VHS zum Deutschkurs. Er spricht schon sehr gut, aber es fehlt an den Feinheiten um in der Berufsschule mithalten zu können. Sein Arbeitgeber hat ihn angemeldet.

Die beiden anderen sind schon gekommen, es gab Zwetschgendatschi, Cappuccino und heiße Schokolade.

Morgen gehe ich das erste Mal wieder zum Sprachkurs - sie freuen sich schon