Ehrenamttagebuch - Teil 21 (2021)


So weiter geht es hier im neuen Jahr 2021

Was gab es bisher?

am 03. Januar war H. (Treppenträger) zum Mittagessen hier - Ossobucco und Polenta und Schokoladenkuchen

am 05. Januar war mein Enkel (Sierra Leone) da. Er hatte sich sein Testergebnis beim Arzt hier abgeholt und da es negativ war, durfte er vorbei kommen.

am 07.01.ein Anruf von ihm, dass er Probleme am Ausbildungsplatz hat, weil er so geheult hat, habe ich nicht viel verstanden. Chefin um ein Telefonat gebeten.

am 11.01. hat mich seine Chefin angerufen. Manonmann, da hat er sich so einiges geleistet. ich habe ihr versprochen, dass ich ihm in den Hintern trete.

Er hat eine Abmahnung bekommen und sein Ausbildungsplatz ist in Gefahr - damit auch sein Aufenthalt in Deutschland. Er war doch sehr erstaunt, dass seine "Oma" der Chefin Recht gegeben hat. Sooooo mein Lieber geht es nicht.

Er  muss mir jetzt jeden Abend schreiben, was über den Tag passiert ist. Da sein Deutsch immer schlechter statt besser wird, korrigiere ich somit auch gleich seine Fehler.

am 12.01. Telefonat  mit der Vormundschaft/Jugendamt - der "Vater" hatte ein Schreiben bekommen - wir hatten am 08.01. darüber gesprochen und festgestellt, dass man das nicht verstehen kann. Amtsdeutsch - ich habe den Verfasser angerufen und um Aufklärungen gebeten. Er hat mir alles erklärt. Inzwischen hatte der Vater schon Geld überwiesen, von dem er dachte, das wäre der richtige Betrag.

13.01. heute musste ich ihm hier bei mir erklären, dass die Summe für die Nachzahlung doppelt so hoch ist - auch Menschen mit sehr dunkler Haut können blass werden.

Und nun steht auch fest, dass er 303 Euro Kindesunterhalt pro Monat bezahlen muss - er weiß nicht, wie er das machen soll. Miete, Strom, Kleidung, Essen - und etwas Geld für die Mutter in S.L. - Er tut mir leid, er wurde wirklich reingelegt. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass er seinen Freunden sagt, dass der Gebrauch von Kondomen doch keine so schlechte Idee ist.

Gestern habe ich alle meine Schützlinge informiert, dass sie ab Montag nur noch mit FFP2 Masken einkaufen gehen können und auch in öffentlichen Verkehrsmitteln sind sie Pflicht.

100 Masken gehen jetzt in die Post oder werden persönlich überreicht. Treffe  mich mit einer Person und er muss die Masken dann an meine Kursteilnehmer im Ankerzentrum verteilen.

Alle müssen auch noch informiert werden, wie man sie richtig anwendet und dass es nur 1x Masken sind, und dass sie auch Deutscher Produktion sein sollten, keine chinesischen KN-Masken. Immer nur CE mit 4stelliger Prüfnummer.

Es war schon bis heute viel Schreiberei. Dann kommen Rückfragen.

Und ich muss meinen bärtigen Freunden erklären, dass ein hoher Schutz bei Bartträgern nicht mehr gegeben ist. Dabei mag ich Männer mit Bart lieber. Aber was sein muss, muss sein.

Da war noch was - ein junger Mann aus Uganda hat seine Schwester nach Deutschland für ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst geholt. Sie arbeitet in einem Altenheim.

Jetzt möchten noch 2 Freundinnen von ihr im Herbst nach Bayern kommen. Sie haben alle eine entsprechende Berufsausbildung. Jetzt bin ich auf der Suche, bis wir was gefunden haben,

können sie noch Deutsch lernen. A1 haben sie schon und bis September ist auch B1 geschafft.

Im Gästebuch hatte ich ja heute schon geschrieben, dass mich Chris in der Maskenaktion unterstützt. DANKE!!!!!!!

21.01.2021

Kaum KOntakt zu meinen Schützlingen, habe sie über den Lockdown i nformiert, weiterhin Masken versandt und mich geärgert, dass man im Landkreis Weilheim den Asylbewerbern chinesischen Schrott angedreht hat. So kann man Müll auch entsorgen und Menschen weiterhin infizieren.

Es waren noch nicht mal KN95-Masken mit Prüfnummer

Am Sonntag war H. aus Uganda da, es  gab Apfelkuchen, und Matjessalat und Bratheringe - alles selbst gemacht - hat er sich mitgenommen.

Leider kam heute Post vom Inkassounternehmen - Fall Sierra Leone - dass sie auf der Bezahlung bestehen, aber es geht  monatlich mit 10 Euro. Weniigstens etwas. Aber ich glaube das Geld hat er auch nicht. Es steht ja auch noch Geld für den Anwalt aus. 700 Euro hatte ich ja schon mal über Crowdfunding organisiert.

Morgen hat er Geburtstag, werde daher das Schreiben vom Inkasso-Unternehmen erst nächste Woche absenden.

Gerade war ich mit Barbados in der Stadt im Sonnenschein spazieren und habe ihm Masken für einige Camp-Bewohner mitgegeben. Er war gestern in München bei SUB (Queer-organisation). Ich weiß schon aus anderen Fällen, dass sie sehr viel helfen kö n nen, Ganz nette Leute da. Der junge Mann freut sich auf jeden Fall, dass ich keine Probleme habe.

Gestern ist er auf der Straße 2 kleinen Kindern begegnet, die heulend vor ihm davon gerannt sind - so schwarz. ich möchte mal wissen, was die Eltern ihren Kindern für einen Mist erzählen.