Tagebuch - Ehrenamt - Teil 15

24.10.19 - Integrationstalk

heute war es schwierig, sie kamen recht spät, viele haben jetzt Jobs im Camp und können nicht früher, manche sind davon so müde, dass sie
erst mal schlafen müssen. Aber immerhin am Ende waren es 10. Jemen, Ägypten, Tansania, Kongo. 8 Männer, 2 Frauen.

Es ist nicht einfach bei mehreren Sprachen und  entsprechenden Übersetzungen Ordnung rein zu bringen. Von Englisch ins
Arabische, oder ins Deutsche, und ins Französische. Nicht jeder kann Englisch.

Themen:

Mülltrennung in Deutschland - ahaaaaa

Was für einen Status kann ein Flüchtling haben? Die meisten Ihnen sind keine Asylbewerber, sondern Kriegsflüchtlinge oder Migranten aus
verschiedenen Gründen und hier nur eine Duldung haben und war eingeschränkterSchutz bedeutet. Und dass Kriegsflüchtlinge zurück müssen, wenn der Krieg vorbei ist.

"und was ist, wenn ich schon 5 Jahre da bin und Arbeit habe?" das schützt nicht vor Rückführung.

Frage, wer denn für die Kosten der Migranten aufkommt. Wir alle (Deutschen) mit unseren Steuern. Sie waren der Meinung, das würde von den
Vereinten Nationen bezahlt.

Und immer wieder Wohnungssuche. Wohnraum ist knapp, auch  Deutsche müssen lange auf eine Wohnung warten und die Miete ist meist sehr
hoch. Bei der Frage nach meiner Miete: ich zahle die Hälfte meiner Rente für die Wohnung.

Beliebtheitsskala bei den deutschen Vermietern:

Gut verdienende Deutsche ohne Kinder

....  mit einem Kind

.... Mit 2 Kindern

Mehr müssen es nicht sein.

EU-Ausländer mit gutem Einkommen (Kinderstaffelung
entsprechend)

Europäer. Christen

Deutsche allgemein

Andere Christen, natürlich bis hierher alle mit weißer Haut

Flüchtlinge, weiß, Christen (max. 2 Kinder)

Andere Flüchtlinge, Christen (max. 2 Kinder)

Andere Flüchtlinge Muslime (max. 2 Kinder)- Frauen mit
Kopftuch

Afrikanische Flüchtlinge, Christen (max. 2 Kinder)

Afrikanische Flüchtlinge, Muslime

Sie sollen  versuchen, Vermieter zu finden, die selbst
Migrationshintergrund haben. Und es gibt natürlich immer positive Ausnahmen.

Sprachkenntnisse sind immer ein Thema - Staffelung; A1.1/A1.2/A2.1/A2.2, B1/B2/C1/C2/C3 - für einen Job min. B1 besser B2, für ein
Studium C1/2. Gute Sprachkenntnisse dienen auch der eigenen Sicherheit, Warnungen verstehen, Warnschilder lesen können. Ist auch eine Frage des
Versicherungsschutzes.

Dann habe ich angesprochen, dass sich bei der Arbeitserlaubnis etwas tun soll. Ich werde nach dem Tag in Passau am 09.11.
genauer darüber berichten.

Morgen bin ich auf einer Info-Veranstaltung der Caritas über Wanderungsbewegung. Auch darüber werde ich dann berichten. Einer wollte wissen,
wie er von Deutschland aus nach Kanada kommen kann und was die Voraussetzungen sind. Ein bisschen konnte ich hier weiterhelfen.

Mal sehen, was ich morgen erfahre.

Ich habe sie gebeten, Werbung für unsere Kurse zu machen. Es kommen max. 30, es leben aber 300 im Camp.

Wir sollen doch bitte den Sozialarbeitern Info-Material geben. Zur Zeit wären da 2 sehr nette, die würden das sicher weitergeben.
Anschläge an Türen sind nicht der große Renner. Ich bin mit ihnen nach draußen und habe ihnen die Anschläge gezeigt. Da kommen sie aber nur hin, wenn sie diese Kurse besuchen. Dann müssen sie aber vorher davon wissen. Einige waren noch nie im Kurshaus. Ihnen fehlt dann die Info.

Ich habe vor ein paar Tagen einen Sozialarbeiter  kennengelernt, der wusste auch nichts von unseren Angeboten.

R-. hat noch mal darauf hingewiesen, dass am besten die persönliche Einladung ist. Er bemüht sich sehr, stößt aber auch an Grenzen.
Zuerst waren nur 3 da, die haben dann die anderen angerufen.

Dann haben wir über das Rentensystem gesprochen. Das kam dadurch, dass ich gesagt habe, 2 Kinder wären genug. Gerade, wenn sie ihren
Kindern eine gute Ausbildung bezahlen wollen. Sie müssen beachten, dass sie hier für ihre Rente monatlich vom Gehalt was abführen müssen. Und nicht gerade wenig. Ich habe mich gar nicht getraut, ihnen zu sagen, wie gering die Rente mal sein wird. Und sie müssen mindestens 35 Jahre eingezahlt haben. Für einige von ihnen gar nicht mehr machbar.


Manche Tage sind nicht so einfach. Und dann habe ich von einer Kollegin erfahren, dass einer meiner Schützinge, der vor 2 Wochen einen Transfer hatte,  in der Psychiatrie ist, weil einen Sicherheitsmann angegriffen hat. Ich werde morgen die Klinik in Agatharied anrufen. Die Kollegin vor Ort hatte auch schon festgestellt, dass er schwer traumatisiert ist.

25.10.19

Am späteren Nachmittag habe ich mit der Klinik telefoniert. Man hat mich mit dem jungen Mann verbunden, er war aber so ruhig gestellt, dass ich gar nicht weiß, ob er verstanden hat, wer am Apparat ist. Sein Handy hat man ihm abgenommen. Aus Datenschutzgründen durfte man mir leider keine Auskunft geben, die Leute waren aber sehr nett. Ich habe S. meine Festnetznummer hinterlassen, er darf mich immer anrufen. Er sollte nur wissen, dass ich ihn nicht fallen lasse.

Vormittag - Weiterbildung: Flüchtlinge - Weiterwanderung und Rückkehr.

ein schweres Thema. Es gibt Möglichkeiten nach Canada oder in die USA auszuwandern. Wahnsinniger Papierkrieg, man braucht "Sponsoren" oder Familienmitglieder, die den Nachzug beantragen müssen. Kann bis zu 12 Jahren dauern. Min. aber 3 Jahre. Kann man niemand empfehlen.

Australien kann man vergessen, es ist niederträchtig, was da gemacht wird.

Aber auf jeden Fall habe ich jetzt jede Menge Adressen bekommen, an die ich mich um Hilfe wenden kann und manche Halbwahrheiten wurden aufgeklärt.


In den nächsten Wochen stehen so viele Termine an. 28.10. - Runder Tisch - Landkreis - Ehrenamt mit Ehrung; 07.11. - Mitgliederversammlung Arbeitskreis Asyl (das erste Mal, dass ich eingeladen bin); 09.11. 4. Asylgipfel in Ostbayern, Passau - ganzer Samstag. Ticket habe ich mir heute gekauft.

(Wichtiges Thema: Wie sieht es mit Arbeitserlaubnissen aus? - Hoffentlich raste ich nicht aus, es ist zum Heulen. 13.11. abends Info-Abend Caritas " wie umgehen mit psychischen Erkrankungen bei Geflüchteten" - das ist im Moment wieder sehr aktuell.

Am 16.11. ist der nächste Stadtspaziergang. Mal sehen, wie das Wetter wird

27.10.19

Gestern habe ich mich mit meinem "Enkel" getroffen. Er tut mir leid, Oma ich mache alles, ich habe nie Kontakt mit der Polizei gehabt, aber  jetzt hänge ich schon 3 Jahre hier rum. Schule, Praktika alles. Die erforderlichen Papiere gebracht, Lehrstelle wird seit 1 Jahr für ihn frei gehalten.

Dann gab es ein Missverständnis mit der Schule. Er hat eine Aufforderung bekommen, wieder in die Berufsintegrationsschule zu gehen. Hat sich als Missverständnis aufgeklärt. Er könnte aber mit Hilfe der Schule evtl. einen Übergangs"arbeitsplatz" bekommen. Gestern kam dann der Zusammenbruch. Wir saßen im Cafè und plötzlich flossen die Tränen. So ein starker junger Mann. Meine Schwester kam dann und hat ihn auch noch in die Arme genommen. Ich weiß jetzt nicht, wie weit der Trost 2er  alter Weiber geholfen hat. Aber besser als nichts.


Dann hat mich der junge Mann aus Sierra Leone, der jetzt in der Psychiatrie ist, auch angerufen. Aber es ist sehr schwer mit ihm zu sprechen, so stark steht er unter Medikamenten. Aber er weiß nicht warum er dort ist. Er kann sich an nichts erinnern.

Ich habe meine Email-Adresse hinterlassen, wenn irgendwas ist, kann mich das KH anmailen.


Auf dem Wochenmarkt habe ich viele aus meinem Integrationstalk getroffen, sie waren mit ihrer Lehrerin da. Einkaufen üben.

28.10.19 Runder Tisch in Mühldorf mit dem Landrat, der Bürgermeisterin und allen Instutionen, die sich beruflich oder ehrenamtlich mit der Migration beschäftigen.

Normalerweise wäre ich da nicht hingefahren, aber es hat geheißen, das die Ehrenamtler, die vor  einiger Zeit (nach 4 Jahren!!!) die Ehrenamtskarte bekommen haben, auch vom Landrat geehrt werden sollen. Also bin ich mit Kollegen dahin - richtig aufgebretzelt. Der Landrat sagte, dass er nicht viel Zeit habe und bald wieder weg muss. Dann wurde so einiges erklärt, neue Gesetze usw. Ja und dann war es vorbei. Nix mit Ehrung, wurde wohl vergessen. Unser 2. Bürgermeister, der auch da war - er leitet hier bei uns den Arbeitskreis Asyl - meinte dann aber, dass er auf jeden Fall darauf hinweisen möchte, was in Waldkraiburg im Ehrenamt geleistet wird und speziell meinen Einsatz wollte er hervorheben. Ich habe dann gleich die Gelegenheit genutzt, ihn zu bitten mir noch mal beim KJR den 9-Sitzer für 2 Ausflüge im November zu organisieren. Ja macht er, inzwischen habe ich schon das ok. Bin ja froh, dass meine Schwester, die nix von Ehrenämtern hält (soll der Staat machen), ja doch im Ehrenamt engagiert ist. Sie z.B. macht Altweiberturnen ehrenamtlich. Und für meine Fahrten brauch ich sie auch, ich habe keinen Führerschein und sie hat große Erfahrung im Fahren soll großer Autos.

Allerdings muss ich auch sagen, dass sich der Landrat, der leider nächstes Jahr nicht mehr antritt, sehr für unsere Belange einsetzt und der Asylproblematik sehr positiv gegenüber steht. Unser Landkreis ist einer der aufgeschlossensten in  Bayern. Mir immer noch nicht genug. Aber ok.

29.10.19 - Computerklassenzimmer

Es waren nicht viele da. 4 junge Männer aus dem Jemen, Jordanien, Brasilien und 2 Buben aus Afghanistan

Ich lasse sie ja nicht nur vor dem Laptop sitzen, sondern erkläre immer irgendetwas besonderes. Gestern: Wie tickst denn Du? Niemand kannte das Wort "ticken", auch nicht in Verbindung mit der Uhr und dem Wecker, heute tickt ja auch kaum noch was.

Dann bietet der Kreis Asyl auch die Möglichkeit an, in einer eigens eingerichteten Küche, Gerichte aus der Heimat zu kochen. Vor ca. 14 Tagen ist aber der Mixer verschwunden - Eigentum der Ehrenamtlerin, die 5 Tage in der Woche jeweils für 4 Stunden die Küche betreut. Seitdem ist die Küche zu und sie hat einen Zettel an die Türe macht, dass wieder geöffnet wird, sobald der Mixer wieder da ist.

Es sind auch die Teller und Töpfe im Laufe der Zeit weniger geworden.

Gestern hat mich also einer meiner "Studenten" gefragt, wann die Küche wieder aufmacht. Antwort: Wenn der Mixer wieder da ist.

Aber er hat doch so Hunger, und das Essen im Camp ist so wenig und schlecht. Antwort: es ist nicht schlecht, es ist ungewohnt. Er sollte schon mal anfangen, sich an unser Essen zu gewöhnen. Muss ja nicht sein Lieblingsessen werden. Diese Sippenhaft versteht er nicht.

Sollte er aber. Die Kriegsparteien im Jemen nehmen doch alle Jemeniten in "Sippenhaft", oder wollte er den Krieg?

Er hat mich nun gebeten, zu meiner Kollegin Kontakt aufzunehmen, damit er mit ihr sprechen kann, wie das Problem zu lösen sein könnte.

Ich habe sie heute angeschrieben und gebeten, dass sie morgen zum Integrationstalk kommt. Ich sage dann auch dem jungen Mann Bescheid.

31.10.19

Heute morgen habe ich wieder den jungen Mann (S.K.) aus Sierra Leone in der Psychiatrie angerufen. Er sagt immer die selben Sätze, ist komplet ruhig gestellt. Ich habe das Gefühl an einem Heilungsprozess wird da nicht gearbeitet. Ehrenamtler aus der Region haben mir gesagt, dass in der Klinik absoluter Mitarbeitermangel herrscht. Außer Tabletten zu geben, wird da nichts gemacht. So ein Klinikaufenthalt kostet min. 6000 €/Monat. Das ist rausgeschmissenes Geld, wenn er dann genauso traumatisiert entlassen wird und nieman weiß, was noch passiert.

Integrationstalk

Themen heute (Teilnehmer ca. 20)

Halloween - war auch ursprünglich christlich, wurde aber von Coca Cola und der USA einverleibt. Ist hier kein Feiertag, aber ein gutes
Geschäft für die Süßwaren-Industrie.

Erklärung: Als die Iren in die USA auswanderten, hatten sie diesen Tag im Gepäck und zwar gab es einen Mönch, der nicht ganz so fromm war,
wie erwünscht. Nach seinem Tod durfte er abwechselnd in den Himmel und musste dann wieder in die Hölle. Himmel = süß, Hölle ist bitter, bzw. sauer.

Daher "Süßes oder Saures" - ich hatte auch Süßigkeiten dabei.

Reformationsfest - Luther wollte etwas gegen den Freikauf von Sünden machen, Leuten aufs Maul schauen und zum besseren Verständnis hat er
die Bibel übersetzt. Vorher war sie auf Lateinisch, dasselbe Problem wir heute mit dem Kor'an, alles auf arabisch.

So aber entstand neben der katholischen Kirche die evangelische - also gibt es 2 Hauptkirchen. Siehe im Islam Schiiten und
Sunniten und einige mehr. (dass es noch viele Jahre gedauert hat bis sich Katholiken und Protestanten akzeptiert haben, hatte ich weggelassen)

Anmerkung: Ich wusste gar nicht, wieviel Wissen noch gespeichert ist, auch wenn mich die Kirche absolut nicht mehr interessiert.


Dann habe ich von dem Workshop am letzten Freitag in Mühldorf berichtet. Weiterwanderung von Migranten nach USA oder Kanada
(Australien kann man gleich abhaken - unmenschlich). Aber ohne einen Superjob, reichen Verwandten gibt es kaum Chancen. Schon gar nicht in die USA.

Vom Antrag bis zur Ausreise können  bis zu 12 Jahre vergehen.

Aufgrund der kürzlichen Attacke im Camp 2er meiner Teilnehmer habe ich darauf hingewiesen, dass sie Ruhe bewahren sollen, einfach
weggehen, wenn ihnen einer dumm kommt. Und gut überlegen, ob sie wirklich die Polizei rufen wollen.

Dann war das Thema der Diebstahl des Mixers in der Küche.
Meine Kollegin ist auf meine Bitte hin  auch dazu gekommen und hat noch mal ihre Meinung dazu gesagt. Sie würden alle gerne wieder kochen, sie haben Hunger und das Essen im Camp schmeckt nicht. Ja mei.

Aber sie braucht auch dringend einen neuen Herd und noch so einiges mehr. Geldspenden werden gerne angenommen

Neues und immer gleiches Thema: Armut bei Flüchtlingen und die geringe Chance  für ihre Kinder, wenn sie ihnen keine gute Ausbildung bezahlen können. 2 Kinder reichen. In die Rentenversicherung einzahlen und noch für viele Kinder sorgen, rechnet sich nicht, vor allen Dingen für die Kinder.

Das ist ein schwieriges Thema. Geht komplett gegen ihre Kultur.

Dunkle Kleidung, dunkle Gesichter - im Winter nicht so ideal. Leuchtstreifen besorgen.

Und immer wieder: pünktlich kommen!!!!!!!!! Ich warte nicht.

Dann erklärt, was es heißt: "Du tickst doch nicht richtig". Hat Spaß gemacht und haben sich alle aufgeschrieben.

Ausflug am 23./24.11. - jeweils 7 Personen, Abfahrt 9 Uhr - PÜNKTLICH - R. organisiert das. Die schon am längsten da sind und daher am
ehesten mit einem Transfer rechnen müssen, werden bevorzugt mitgenommen. Dieses Mal auch mit Frauen. Auch hier "Ladies first"

Vielleicht einen Tag an den Chiemsee und einen Tag nach Burghausen, zur längsten Burg der Welt.

Bei Schnee fällt es aus. In 14 Tagen bekomme ich von ihm die Namen. Da heute mehr als 14 da waren, gab es gleich eine Mordsdiskussion -  armer R.

Ich mach  das wieder gut. Er kommt am Montag am  frühen Nachmittag zu mir, ich soll für ihn mit seiner Anwältin telefonieren. Mach ich.

Am Nachmittag gehe ich dann mit einem Jemeniten, der schon hervorragend Deutsch spricht, einen Studienplatz in München  hat, aber C1
nachweisen muss, zu meinem Kollegen, der ehemaliger Gymnasiallehrer ist und schon einige zu B2 gepuscht hat. B2 hat er  schon, vielleicht kann  ihm
U. weiter helfen.

Ach ja und Süßigkeiten für Halloween hatte ich auch dabei.

04.11.2019

Arbeitserlaubnis, bzw. Annahme des Ausbildungsplatzes für meinen "Enkel". Heute kam die Nachricht von der Ausländerbehörde (auf Nachfrage des Anwaltes), dass immer noch nichts entschieden ist. Es war ihm eine Erlaubnis bis Mitte/Ende Oktober zugesagt. Aber nun hat sich ja leider inzwischen das Gesetz wieder geändert. Kann sein, dass ihm seine ganze Mitarbeit nichts nützt und er trotzdem keine Arbeitserlaubnis bekommt.

Wir zahlen lieber für arbeitswillige Menschen, statt dass sie sich ihren Lebensunterhalt selbst erarbeiten dürfen.

Wer holt mich runter vom Baum? Ich bin so wütend. Scheiß Re......


für 16 Uhr 45 war ich mit einem Jemeniten verabredet. Wir sind zusammen zu meinem Kollegen, der ihn  Richtung C1 puschen soll. Mal sehen, was daraus wird.

Der Fußballer aus Uganda nimmt ja auch an dem Unterricht teil und so haben wir uns da getroffen, er hat mir selbst gemachtes Schmalzgebäck mitgebracht. Richtig gut.

Um 14 Uhr war ein Ägypter bei mir, der Hilfe bei der Kontaktaufnahme zur Anwältin in München braucht. Gar nicht so einfach, einmal hatte er das AZ nicht dabei und zum 2. hieß es bei der Telefonnr., dass es sie nicht gibt. Also haben wir eine Mail geschickt. Er war gerade weg, da kam die Nachricht, dass man ihre Kollegin unter der Kanzleianschrift kontaktieren sollte, weil sie in Mutterschaftsurlaub ist. Dann habe ich versucht, die Email der Kanzlei herauszufinden. Hat nach langem Suchen im Internet auch geklappt. Die Tel. Nr. ist leider erst nächste Woche wieder erreichbar, Fehler der Telekom. Das  hat mich heute 2 Stunden gekostet.

05.11.19

habe gerade hier einiges geschrieben, jetzt ist es weg. Bleibt Euch viel erspart, denn nochmal will ich nicht.

Nur so viel Computerklassenzimmer war voll besetzt. So macht es Spaß.

07.11.19 - Integrationstalk


Talk war wieder gut besucht (12), auch wieder 2 neue. Aus Syrien und Jordanien. Es kommen jetzt schon wieder mehr Syrer.

Themen:

Für alle ganz wichtig: Arbeitsverbote, bzw. Arbeitserlaubnis

Sie sind auch immer noch davon ausgegangen, dass es nach 6 Monaten einen Transfer gibt. Nein, das kann bis zu 18 Monate dauern. Je
unsicherer der Status ist, umso länger.

Dann haben wir über die Geldkürzungen gesprochen. Leute mit einem Negativbescheid bekommen kein Geld mehr. Nur noch Sachleistungen. Diese
Leute können auch die Küche nicht mehr nutzen, weil sie kein Geld mehr für Lebensmittel bekommen

Dann habe ich noch mal erklärt, was wir an Steuern und Versicherungen bezahlen müssen. Daran denken, dass der Unterschied zwischen
Brutto - und Nettogehalt ganz erheblich ausfallen kann.

Sie konnten es nicht fassen, dass auch ich als Rentner Steuern und Krankenkasse bezahlen muss.

Sie haben dann die Sprache auf Beerdigungen gebracht und sich gefreut, dass jetzt auch in Deutschland "ohne Sarg" Beerdigungen für
Muslime erlaubt sind.

Was denn meine bevorzugte Beerdigung wäre? Verbrennen und dann die Asche in den Wind. Das konnten sie nicht fassen. Ob, das denn erlaubt
wäre?  in den Wind pusten geht nicht, aber auf jeden Fall anonym.

Und wie immer auf die Rückkehrhilfe hingewiesen. Es gibt hier nicht nur Hilfe zur Rückkehr, sondern auch andere Hilfen und alles ist streng vertraulich.

Den nächsten Stadtspaziergang haben wir für den 16.11. geplant. Mal sehen, wo es hingeht. Hängt auch vom Wetter ab. Werde mal nachsehen, ob im Notfall das Stadtmuseum im Haus der Kultur geöffnet ist.t

Nächster Busausflug - voraussichtlich wieder an den Chiemsee - am 23. Und 24.11. - Dieses Mal sind auch Frauen dabei. Freut mich sehr.

Heute habe ich von einer Kollegin im Franz. Kurs einen Anruf bekommen. Sie bäckt uns Kuchen als Wegzehrung. Ist doch toll.

Am Schluss habe ich noch ein tolles Lob bekommen: "Sie haben mich alle in ihrem Herzen". Ich aber sie auch.


Am Schluss blieb noch ein Jemenit da, der noch näheres wissen wollte, weil er kein Geld mehr bekommt. Aber ich habe ihm gesagt, dass er Einspruch einlegen kann. Er wird am Montag kommen, dann können wir darüber sprechen.

Die junge Frau, die uns im Internetklassenzimmer hilft, hatte ich ja zu  meinem Kollelgen geschickt, damit er sie Richtung B2/C1 puschen kann. Sie war 1 x da, hat dann aber abgesagt. Ich wollte wissen, warum. Das  ist abends, da ist es schon dunkel und alleine mit dem anderen Jemeniten aus dem Ankerzentrum will sie abends nicht unterwegs sein. Schade. Dann wollte sie noch wissen, wie sie sich auf das nächste Interview beim BAMF vorbereiten kann. Haben wir auch besprochen.

Das war dann recht knapp von der Zeit. ich war erst gegen 18 Uhr zu Hause und um 18 Uhr 30 musste ich schon wieder los zur Mitgliederversammlung. Schnell was gegessen - ich wusste ja nicht, dass es abens was zum Essen gibt - umgezogen und wieder los.

Mitgliederversammlung der Arbeitskreises Asyl

War recht gut und ich konnte auch mein Problem ansprechen. Nämlich, dass mein "Enkel" nicht arbeiten darf. Ich habe seine Situation erklärt und der Landrat hat mir 2 Namen im Landratsamt genannt, an die ich mich wenden kann. Wird gleich am Montag gemacht. ich hätte gerne heute schon angerufen

Aber ich musste heute erst mal meinen Enkel erreichen, ob er zwischenzeitlich positive Post bekommen hat. Leider nicht - ich glaube halt
immer noch an Wunder.

Es war auch der Direktor der Berufsschule da, ihn kenne ich ja von meiner Arbeit 2 Jahre in der Berufsintergrationsschule. Er kam auch gleich und hat mich begrüßt. Er will ja auch der neue Landrat werden. Den jetzigen kenne ich schon lange persönlich, aber ohne engen Kontakt. Als ich noch für die High-Society gekocht habe, war er auch 2 x Gast bei mir.

Es war insgesamt ein sehr guter Abend.  Endlich hat man mal gesehen, welche Leistungen die anderen erbringen. Wahnsinn. 2 Kollegen und ich wurden auch interviewt und konnten über unsere Arbeit erzählen.

Allerdings ist mir negativ aufgefallen, dass sich niemand mit der Gemeinschaftsunterkunft befasst hat. Kein Wunder, dass sich die Bewohner vergessen fühlen.

Das kalte Buffet war  richtig gut. Es wurde von einem jungen Syrer zubereitet, der allerdings nicht Koch ist, sondern gerade seine Gesellenprüfung zum Elektromechaniker macht.

Freitag, 08.11. Der Afghane, dem ich immer wieder mal helfe, hat sich gemeldet. Er soll jetzt bei der VHS B1 machen. Aber das ist so schwer. Ich habe ihn auch an meinen Kollegen, den er schon kennt, weitergeleitet.

Samstag, 09.11.19 - 4. Ostbayerischer Asylgipfel

der 1. Gipfel war die DB. Um nach Passau zu kommen musste ich um 7 Uhr 15, früher geht aber auch gar kein Zug ab Waldkraiburg. Ergebnis: ich kam erst nach der 1. Pause an. Und zurück musste ich auch etwas früher weg. Hat alles nichts benützt, denn auf der Strecke war ein Streckenschaden - was immer das ist - uns so standen wir fast eine Stunde in Pfarrkirchen. Entsprechend spät kamen wir in Mühldorf an, mein geplanter Zug war weg und ich muss in der Kälte über eine Stunde in der kalten Bahnhofshalle warten. Jetzt habe ich eine Erkältung - zumal in dem Veranstaltungssaal die Heizung ausgefallen war und ich daher schon sehr durchgefroren war.

Die Vorträge und die Hilfen, die wir bekommen haben, waren aber fantastisch. Und das Essen erst - gekocht von jungen Migranten - vieles arabisches, sehr sehr gut.

Dann haben sich Mitarbeiter vom Landesamt für Abschiebung und Rückführung auf die Bühne getraut. Sie sind ja bis uns Ehrenamtlern und auch bei den Rechtsanwälten nicht gerade hoch angesehen. Sie haben sich dann auch bedankt, dass wir sie angehört haben und sie die Bühne in gutem Zustand verlassen konnten. In der Pause konnte ich mich dann noch einmal mit ihnen unterhalten. Sind ja auch arme Schweine und müssen sich an die Gesetze halten. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie mit jedem Gesetz einverstanden sind.

Auf jeden Fall konnte ich sehr viel für meine tägliche Arbeit mit meinen Schützlingen mitnehmen. Habe auch sehr nette Leute getroffen. U.a. auch eine Frau von Amnestie International - auch hier kann man Hilfe bekommen.

Was mir immer wieder aufstößt, ist, wie sich manche kleiden, wie früher die Grünen. Schauderhaft. Und auch die Haare - lange Zotteln, ungepflegt.

Traurig ist, dass wir feststellen mussten, dass man als Ehrenamtler Geld in die Hand nehmen muss. Für den Anwalt, für Fahrten zu Ärzten und vieles mehr. Wer da nur eine kleine Rente hat, stößt schnell an seine Grenzen und hat dann das Gefühl, der Aufgabe nicht gerecht  zu werden. Das ist wirklich schade.

Ich konnte auch einiges erfahren, wie es mit meinem "Enkel" aus Sierra Leone weitergehen könnte. Diese Anregungen wollte ich dann gleich am Montag umsetzen.


Montag, 11.11.19 Ich konnte mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal vor Freude geweint hatte. Am Morgen kam eine Mail von der Ausländerbehörde, dass er seine Ausbildung beginnen darf. Ich war total aufgelöst. So eine Freude. Ich habe mich auch gleich bei der MA von der Behörde bedankt.

Am Nachmittag kam dann einer der Jemeniten, für dessen Probleme konnte ich auch etwas aus Passau mitnehmen. Mal sehen, ob wir Erfolg haben.

Dienstag, 12.11.19 - (Enkel) Vom Anwalt kam die Mitteilung, dass wir nun den Arbeitsvertrag vorlegen sollen. der junge Mann kam dann heute Vormittag zu mir und wir haben gemeinsam den Lehrbetrieb angerufen. Ich habe mit dem Meister gesprochen und auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie der junge Mann die Zeit bis zum nächsten Ausbildungsbeginn im kommenden September überbrücken kann - den Hinweis hatte ich von einem ehemaligen Lehrerkollegen bekommen. Also der Meister spricht jetzt mit der Chefin und gibt mir wieder Bescheid. Jetzt heißt es noch mal hoffen.

Computerklassenzimmer: es war wieder ein neuer da und viele Schüler, so zwischen 9 und 13 Jahren. Das finde ich super.

Einige hatten inzwischen wieder einen Transfer. Sie sind dann halt einfach weg.  Nicht von jedem und jeder habe ich eine Whatsapp Nr.

13.11.19 - heute besprochen, erstmal kein Konversations- und Integrationskurs mittwochs im Haus des Buches. Sollte wieder Interesse bestehen bei den Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft, dann lassen wir es wieder aufleben,

Also der Samstag, an dem sich geforen habe, hat mir jetzt eine böse Erkältung beschwert, Heute musste ich schon einen Info-Abend absagen und für morgen auch alles.